Heide im Winter

Der Heidschnuckenweg/E1 Hamburg – Soltau

Wann: Dezember 2016/Januar 2017
Planungsgrundlage: Outdoor Wanderführer „Heidschnuckenweg“ (Conrad Stein Verlag)
Dauer: 5 Tage, 100 km
Region: Lüneburger Heide

Da Jens vom Hiking Blog neulich über seine Erfahrungen auf dem Heidschnuckenweg berichtet, schließe ich mich mal an und geb meine Erfahrungen zu ganz anderer Jahreszeit preis. Kurz nach Weihnachten ging es los und Silvester verbrachten wir dann an der Bar des Steakhauses in Bispingen. Neujahr folgte dann die Rückreise von Soltau. Der Restweg nach Celle wartet jetzt noch auf seine Beschreitung.

Die Anreise ging mit dem Auto bis Soltau, dann mit dem ICE bis Hamburg, dort mit der S-Bahn bis Fischbeck. Nach etwas Weg durch den Ort kommt man zu einem Wanderparkplatz und dann geht es erstaunlich bergig und heidisch… heidig… also mit der Heide gleich los. So weit alles kein Problem, eher ein Problem war die im Winter früh einsetzende Dunkelheit, über eine Stunde ging’s durch einen dunklen Wald. Die alte Taschenlampe, die ich noch in der Schubalde hatte half mal gar nicht, zur Erkennung der Wegweiser ist inwzischen das Smartphone die bessere Wahl. Also im Hotel in Buchholz die frischen Batterien ausbauen und die Taschenlamppe dort „vergessen“.

Der nächste Tag wartet mit Sonne auf. Und mit Kälte. Aber dank dicker Fütterung und langer Unterbüx alles kein Problem. Erstaunlich fand ich, dass die Kombi aus Merino-Longsleeve, Fleece und Regenjacke locker warmhält. Super! Also auf nach Wesel, wo wir in einer lauschigen Pension unterkommen, die sogar noch Bier zum Zapfen haben. Gegessen haben wir unterwegs, sogar drei Gänge zu Mittag, die Zeit fehlte uns abends, also wird wieder im Dunklen gewandert.

Dritter Tag, wieder Sonne, wieder Kälte. Und die schöne Strecke über die Touristenzentren Undeloh nach Niederhaverbeck. Wir wandern über die höchste Erhebung, den Wilseder Berg. Silvester gehen wohl alle umliegenden Hotels mit ihren Gästen, Fackeln und Champagner hierhin. Muss toll aussehen.

Das Hotel Haverbeckhof am Ziel kennen wir schon und freuen uns drauf! Die Strecke ist nicht allzu lang, also kann man Heidschnuckenbratwurst testen und das regionale Bier, Kuchen und Kaffee…

Am vierten Tag ist es wieder so ein Tag in der schönsten Gegend, aber noch kälter, weil weniger sonnig. Es ist Silvester und der Weg führt so nah an einer Autobahnraststätte vorbei, dass man mal eben noch einen Pikkolo für abends kaufen kann. Es ist lustig an all den Burger-Imbiss-Besuchern in voller Wandermontur vorbei in den Shop zu gehen, schnell einzukaufen, weil es viel zu warm ist und weiter zu wandern. In Bispingen müssen wir früh essen, vorher kaufen wir im Supermarkt noch etwas Frühstück ein. Der Hotelbesitzer möchte nach der langen Nacht länger schlafen und wir bekommen das Zimmer fast geschenkt, weil wir uns selbst versorgen. Das Steakhaus im Ort hat einen Bartresen und die Bedienung lässt sich überreden, nach unseren Angaben Cocktails zu mixen. Hui!

In Bispingen kommen wir am fünften Tag erstaunlich früh los, das Böllern ist dort zum Glück übersichtlich und wir dementsprechend früh im Bett. Trotzdem fällt die Tour schwer, es nieselt, es ist kalt, es kommt keine Einkehr und überhaupt. Der Weg ist anfangs noch schön und… heidig, ab dem Heidepark ist es voller Straßen und wir sind froh, in Soltau anzukommen und unser Auto besteigen zu können.

Die besten Erlebnisse:

  • Das Fernwandern ist ja nicht so ungewöhnlich, trotzdem wird man überall gefragt, ob man wirklich mit dem Rucksack und nur zu Fuß? Jo.
  • Die Lüneburger Heide ist erstaunlich hügelig. Von wegen flacher Norden.
  • Mit der richtigen Kleidung kann man auch im Winter wandern und es ist einem die ganze Zeit eher zu warm. Endlich erfüllte die teuer in der Schweiz gekaufte und fleecegefütterte Hose ihren Zweck.
  • Weil die Etappen im Wanderführer eher kurz gehalten sind haben wir zum ersten Mal die Touretappen selber eingeteilt. Das kann man sehr gut machen.
  • Manchmal verläuft man sich trotz GPS (oder grad, weil es nur auf dem Smartphone ist und man nicht guckt), dann findet man allerlei lustige Dinge im Wald, z. B. eine Minifichte, die wir ausgebuddelt und gehegt haben, um sie zuhause in den Topf zu pflanzen

Die besten Quartiere:

  • So richtig gute Quartiere waren nicht dabei, so richtig schlechte allerdings auch nicht. Die Gegend ist touristisch erschlossen, bietet einen guten Standard und ist tendenziell leicht zu teuer.

Das würde ich nächstes Mal anders machen:

  • Der Heidschnuckenweg geht eigentlich bis Celle, die Gegend dort kennen wir und finden wir nur mäßig reizvoll. Wir hätten durchlaufen sollen, so werden wir ihn wohl nie vollenden.
  • Der Sekt an der Autobahnraststätte war halbtrocken und der Supermarkt in Bispingen hätte noch bis 20 Uhr geöffnet gehabt.

Kurz: Sollte man mal gemacht haben, ruhig in Gänze.

Eine Packliste gibt es hier.

Werbeanzeigen

8 Kommentare zu „Der Heidschnuckenweg/E1 Hamburg – Soltau

  1. Sehr schön, lieber Steffen, Dein Nachdenken über Schnürung und Schuhe. Bin selbst immer noch an diesem Thema dran und dieses Jahr blasenfrei gelaufen 😁 Jetzt bin ich gespannt, wie es bei Euch weitergeht mit dem E1 in Schleswig-Holstein! Herzlich, Pia

    Liken

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s