Packliste Juliana Trail im Sommer

Es sind zwar die Alpen, aber man umrundet sie ja eher. Deshalb ist man mit leichtem, sommerlichem Gepäck gut bedient und kann einiges zu Hause lassen. Leicht dürfen auch die Schuhe sein, außer einigen knackigen Anstiegen wird es wenig alpin. Das alle natürlich ohne Gewähr und für Leichtgepäckler.

Am Körper

  • Cross Chino Shorts ???g
  • Hemd 217g
  • Calida KuFa Unterhose 41g
  • Calida T-Shirt 101g
  • Knitido Zehen-Socken ??g
  • Merrell Trail Glove 5 ???g

Technik/Werkzeuge

  • Telefon 143g
  • Ladegerät Telefon 37g
  • E-Reader 165g

Wechselwäsche

  • Cross Chino hellblau 295g
  • Cross Polo 194g
  • Calida KuFa Unterhose 41g
  • Calida T-Shirt 82g
  • NoName-Füßlinge 26g
  • Nomaquito Badeschuhe in Obstbeutel 161g
  • Schlafshirt 117g
  • Badehose

Wind- und Wetterschutz

  • TheOmm Halo Regenhose 82g
  • Berghaus Hyper100 Regenjacke 91g
  • Meru Troyer 290g
  • Schal 48g
  • Taschenschirm 134g

Bad/Hygiene

  • Packtasche 1L 13g
  • Deo 65g
  • Bio-Shampoo 60g
  • Rasierer mit Klinge 10g
  • Rasierwasser 10ml 13g
  • Zahnbürste 13g
  • Ajona Zahnpasta 22g
  • Nagelclipser 13g
  • Pinzette 3g
  • 1. Hilfe, Blasenpflaster und persönliche Medikation
  • Bodenwischtuch KuFa 40g als Handtuchersatz

Kleinkram

  • Sonnenbrille Decathlon 26g, Lesebrille 13g
  • Portemonnaie Paprcuts 13g (ohne Inhalt)
  • Reiseführer
  • drei PET-Flaschen 0,5L, Snacks

Im Rucksack

  • Haglöfs L.I.M. lite 25 Rucksack 390g
  • Müllbeutel (Liner) 20g

Das sind wieder Mal rund 2,5kg ohne Wasser und Snacks. Neu sind Zehensocken und Merrell Trail Glove. Die Zehensocken sind lustig zu tragen, die Merrell super zu laufen.

Im Anschluss habe ich am Rucksack noch Strippen entfernt und gekürzt, das bracht insgesamt 65g (!) weniger. Badehose hätte ich mir sparen können, alles andere habe ich auch gebraucht.

E-Reader und Brille bewähren sich für abendliches Lesen, das Gewicht werde ich wohl nie wieder einsparen können.

Alle Packlisten finden sich unter – welch Wunder – der Kategorie Packlisten.

Der Juliana-Trail

Wann: Juli/August 2020
Planungsgrundlage: GPS-Daten von outdooractive.de, Navigation mit MapsOut
Dauer: 15 Tage, ca. 270km
Region: Slowenien, Italien, Julische Alpen

Der Juliana Trail ist ein 2019 begründeter Fernwanderweg in Slowenien und umrundet, einfach gesagt, die Julischen Alpen bzw. den Triglev-Nationalpark. Es gibt noch keinen Wanderführer, aber auf Outdooractive sind die GPS-Daten von den Tourismusbüros direkt hinterlegt. Es lohnt sich, die Gesamtstrecke und die einzelnen Etappen zu laden, da die Wegmarkierung mal dieser, mal jener Strecke folgt. Die Strecken unterscheiden sich nur Details, aber wenn mal wieder eine Wandermarkierung fehlt, weil ein Baum gefällt wurde hilft oft auf jeden Fall eine Datei auf dem Smartphone weiter.

Man kann den Weg so recht einfach selber buchen (s. Download unten), es gibt aber auch die Möglichkeit, dies von den Touristen-Informationen erledigen zu lassen. Dort bekommt man auch einen kleinen Wanderführer, der aber nur kleine Wanderkarten, Entfernungen und Höhenprofile enthält. Mit Distanzen unter 20km, relativ wenigen Höhenmetern (1000m sind allerdings schon mal darunter) und recht vielen Orten auf dem Weg richtet sich der Weg eher an gediegene Genusswanderer als an Gipfelstürmer. Außerdem positioniert sich Slowenien mit 35% Naturschutzgebieten und Grünem Tourismus als Ziel für gewissenhafte Outdoorsportler. Also genau das richtige für uns.

Im Corona-Sommer 2020 war zudem hilfreich, dass es ein Rundweg ist. Man kommt über Österreich in den Skiort Kransjka Gora, den wir auch vom Alpe Adria Trail kennen. Man kann sein Auto im Ort kostenlos parken und wandert in ca. 15 Tagen rund um den Triglav wieder dort hin. Zwei Etappen führen nach Italien rein und auch wieder raus, über den Ort Tarvisio, hier kreuzt man den Trail Salzburg-Triest. Leider durfte man 2020 nur als Italiener oder Slowene diese Grenze kreuzen, deshalb kann ich hier auch nicht berichten, dass wir wegen einer Gewitterfront den Bus für diese zwei Etappen genommen haben und ganz froh waren, weil man eigentlich nur Straße gewandert wäre. Das wären dann definitiv zwei unnütze Etappen gewesen, wenn man sie denn hätte gehen oder fahren dürfen. Alternativ kommt man von Bovec über Trenta und den Alpe-Adria-Trail nach Kransjka Gora zurück. Dann verpasst man aber Log pod Mangartom.

Anfangs führt der Weg idyllisch am Bach entlang zum ersten Ziel, weiter über Waldwege bis er plötzlich weite Sichten ermöglicht. Nach Pokljuka hin wird es gebirgiger, hier mit weiten Sichten und Almen, zum Teil mit kräftigen Anstiegen. Erst ab Most na Soči wird es wieder flach, entlang der Soča geht es nach Tolmin, dann über Straßen nach Kobarid. Durch das wilde Tal der Soča geht es nach Bovec, um dann ins enge Tal von Log pod Mangartom zu gelangen.

Die besten Erlebnisse:

  • Log pod Mangartom zu verpassen wäre eine Schande: Nach der kurzen Wanderung hierhin hat man noch Zeit die spektakulären Wasserfälle zu erwandern. Außerdem hat es hier neben dem besten Quartier der Tour (s. u.) auch gleich zwei Möglichkeiten köstlich zu essen. Entweder isst man Pizza oder speist im Restaurant neben dem Gästehaus. Im Hotel, wo es Pizza gibt, kann man sich übrigens auch für ein ganz solides Frühstück einbuchen – eher italienisch als continental.
  • Auf dem Weg dorthin kommt man durch alte Schützenanlagen aus den diversesten Kriegen. Unglaublich, wie dumm der Mensch ist, aber was er schafft, um andere zu zerstören.
  • In Corona-Zeiten war es sehr seltsam zu Reisen. Slowenien hatte die Epidemie früh als beendet erklärt, daher bot es sich als Reiseland an. Man trug zwar Maske und hielt Abstand, aber in Deutschland war alles noch viel strenger. Es machte Hoffnung.
  • Außerdem ist es immer wieder schön, ein Land oder eine Region ein zweites Mal zu besuchen. Auf dem Alpe Adria Trail stand immer der Vergleich mit Italien im Raum, jetzt erfassten wir die volle Schönheit und den Charme Sloweniens.
  • In Jesenice – das übrigens viel an sozialistischer und industrieller Architektur beherbergt – lag das Gasthaus verkehrsgünstig zwischen Bahnhof und den Hauptstraßen. Das hätte schlimm sein können, wenn nicht die Wirtin auf gute Fenster, eine flüsterleise Klimaanlage und einer ruhigen Außenbereichsgestaltung Wert gelegt hätte. So konnten wir das hervorragende Essen und den leckeren Wein genießen.
  • Am nächsten Morgen zeigte sich, dass die Dame auf den Skifotos an der Wand die Wirtin war und 1994 in Lillehammer Bronze gewonnen hatte und sich sichtlich darüber freute, darauf angesprochen zu werden. Es gab dann gleich auch ein Autogramm.
  • Wenn man dann kurz denkt, das es wie im deutschen Mittelgebirge ist führt einen der Weg durch eine unglaublich tolle Höhle.
  • Am schönsten war aber, als sich die Schmetterlinge auf die Haut setzten. Überhaupt, diese Insekten- und Pflanzenvielfalt. 35% Naturschutzgebiet scheinen ganz gut zu sein (andere Länder haben nur 10%).
  • Schön auch die Kuhherde, die sich brav an die Verkehrsregeln hielt und gemütlich hintereinander auf der rechten Seite spazieren ging.
  • Und dann noch: die Soča. Im Sommer noch beeindruckender als im Herbst.

Die besten Einkehren:

  • Log pod Mangartom, ich schrieb es ja bereits. Die Gorska Roza wird von zwei liebevollen Gastgebern geführt. Die alte Pension ist behutsam renoviert worden, alte Möbel wurden übernommen und aufgearbeitet, die Bäder wurden neu gemacht. Wie so oft in Slowenien ist es ein Quartier für Selbstversorger, mit gut ausgestatteter Küche und Essraum. Dazu kann man sich aber kostenlos Kaffee aus einem der höherwertigen Automaten ziehen. Bonusfeature: die Gastgeber kennen sich offensichtlich mit den Outdooraktivitäten aus.
  • Auch die Nummer zwei hatten wir schon: Guest House EJGA in Jesenice. Alles neu, alles schick. Lustigerweise hatte das Zimmer vier Betten, zwei davon geschickt durch einen Vorhang abzuteilen. Da ist Slowenien Deutschland weit voraus, was Gastfreundschaft angeht. Bonusfeature hier: Die Skiläuferin, das Wiener Schnitzel vom Kalb und der Sauvignon.
  • Das Apartment Cesar in Stara Fuzina ist eine gemütliche Ferienwohnung mit zwei Zimmern, herzlicher Wirtin und Waschmaschine. Der Ort beherbergt noch eine Eisdiele, die Google nicht kennt und die am Morgen Kaffee bereitstellt. Direkt gegenüber der Ferienwohnung gibt es ein gutes Restaurant. Man kann früh los im Sommer, denn die Folgetour ist kurz und nach zwei Kilometern ist ein herrlicher Bergsee, direkt an einem Restaurant mit Frühstücksstrudel.
  • Platz vier ist dann das billigste Hostel auf der Tour: Hostel X in Kobarid. Bequem, lustige Outdoorburschis als Betreiber, alles sehr unkomliziert. Kobarid ist toll, weil es ein Sternerestaurant hat, was sich erheblich auf die Qualität des Essens bei den anderen Restaurants auswirkt. So hat der Mann der Sterneköchin das Restaurant Hiša Polonka, die sich regionaler Köstlichkeiten zu erschwinglichem Preis bedienen.
  • Wie auf dem Alpe Adria Trail war auch dieses Mal die Gostlina Pri Martinu toll. Gemütliche Zimmer, frisches Bad, gutes Frühstück. Abends hat Kransjka Gora aber bessere Restaurant zu bieten (wegen Faulheit nicht getestet).
  • Alle anderen Quartiere und Einkehren (s. Liste bei den Downloads) waren auch recht gut, aber auch nicht ganz billig.
  • Ein etwas skurriles Quartier hat man allerdings in Grahavo ob Bači, die Leute sind supernett, das Bad und die Zimmer auch sauber und wir durften Wäsche waschen. Aber Kochen können sie nicht wirklich. Leider hat man keine andere Wahl.

Das würde ich das nächste Mal anders machen:

  • Ganz klar kann man sich die Etappen nach Italien sparen. Der Weg geht anfangs noch an Wasserfällen vorbei, aber ähnliche kann man auch von der Gorska Roza aus erkunden. Dann geht man Straße. Enge Gebirgsstraße durch Italien und zwar durch das Italien, wo es mal Industrie gab. Auch Tarvisio sieht dann so gar nicht nach gemütlichem Piazza-Abend aus. Der Weg nach Kranjska Gora ist nur unwesentlich besser und hat Abschnitte abseits der Straße. Im Sommer fährt genau diese Strecke ein Bus, der dafür 1,5 Stunden benötigt.
  • Die an Italien grenzenden Orte haben oft Pizza und die ist sehr gut. Die Ort, die eher nach Osten liegen haben auch Pizza, aber die ist oft fettdurchtränkt. In Mojstrana würde ich daher das Gasthaus nah dem Hostel Lukna wählen.
  • Etwas seltsam ist dann auch, dass Most na Soči direkt an der Soča liegt und man bei einer Halbinsel an der Grenze zu Italien eigentlich eine nette Piazza erwartet hätte. Zentral lag aber eine Tankstelle und direkt daran unser B&B Sunny Rooms, die zwar den Preis für das teuerste Quartier einheimsen, dafür aber kein Frühstück bieten. Das kann man im zugehörigen Café allerdings kaufen, aber die Stimmung der Besitzerin machte klar, dass das lieber erst ab 9 Uhr geht. 200m weiter liegt übrigens ruhig und direkt an der Soča die Pension Šterk, dort aßen wir zu Abend.
  • Von Most na Soči nach Tolmin führt der Weg ganz schön, dann aber geht man nach Kobarid weiter Straße und die können im Sommer ganz schön heiß werden. Aber kann man dort anders gehen? Vielleicht fährt ja ein Bus.

Kurz: Kann man gut mal gemacht haben!

Hier gibt’s unsere Planung als Download und hier eine Packliste.

Stilvoll Wandern: walk in style

Wandern und Stil, das soll wirklich zusammen gehen? Bei stilvollem Reisen denkt man ja eher an einen Schwung Louis-Vuitton-Schrankkoffer, die von armen Trägern hinter einem hergeschleift werden, oder? Wandern, das heißt robuste Stiefel, multifunktionale Hosen und vor allem: richtige Rucksäcke, mit Tragesystem, vielen Einstellmöglichkeiten und allem Zipp und Zapp!
Klingt auch logisch, wenn man ausschließlich im Outdoorshop-seines-Vertrauens™ einkauft. Dort erhält man halt Kleidung, mit der man einen Nordpolwinter recht gemütlich überlebt, dann aber doch nur mit dem Hund einen Runde um den Block dreht. Dementsprechend ist der Schnitt auch eher für Nordpolüberwinterer, große, bärige Menschen mit viel Notvorräten um die Hüfte. Allerdings bin ich da das genaue Gegenteil. Das heißt, die Hose neigt immer dazu zu rutschen, auch mit Gürtel. Vor allem, wenn ich etwas in die vielen Taschen packe, die dann nicht nur nach unten ziehen, sondern auch um die Knie schlackern. Die Schuhe wirken zu groß, wie Elefantenfüße unter Streichhölzern, vom Rucksack mag ich da gar nicht reden, der mich in alle Richtungen um Längen überragt. So geht das jedenfalls nicht und, ich nehme es vorweg, die Rettung ist Stil!

Ich gebe zu, der Titel ist von CoolWalking geklaut, wo Pia nicht nur liebenswerte Etappenbeschreibungen zum E1 fabriziert, sondern sich auch mit wirklich wichtigen Dingen beim Wandern beschäftigt, nämlich Einkehr, Tierbegegnungen und Stil.

Farbe ist dort wie hier ein wichtiges Thema. Man erhält Wanderkleidung ja gerne mal in schreienden Farben, die jeden Papagei blass aussehen lassen oder in so schlammigen Tönen, dass manche Pfütze farbenfroh wirkt (s. auch hier). Schwarz ist ebenfalls eine Farbe, die man häufig findet, die Blaupalette hingegen findet man nur in Verbindung mit Karos und bei Hemden. Überhaupt: Hemden ohne Karos, was ist daran so schwer zu produzieren? Manuel Andrack forderte ja schon Wandern ohne Stock und Hut, ich fordere Wandern ohne Karos!

All diese Dilemmata kann man aber lösen. Zum einen hilft es, sein Gepäck zu reduzieren, der Ultralight-Bereich ist da sehr hilfreich, aber auch die Packlisten hier bringen vielleicht schon die ein oder andere Idee. Neben einer reduzierten Packliste hat mit das UL-Trekking aber vor allem die Erkenntnis gebracht, mal über den Tellerrand der Outdoorwelt zu schauen, denn auch andere Sportarten bieten Funktionskleidung. Dort findet man das schmal geschnittene schlichte Hosen, leichtere Schuhe und für all das braucht man kleinere Rucksäcke. Der Golfsport bietet da einiges, aber auch Tennis, Radsport oder Trailrunning warten mit leichten und z. T. schicken Sachen auf.
Außerdem braucht man keine Angst vor Baumwolle haben, grad im Unter- und Nachtwäschebereich. Hier sind oft Kunstfasern mit eingearbeitet, die die Kleidungsstücke schneller trocknen lassen und Silberfäden, die Geruch hemmen.
Im Hygienebereich hat es sich für mich bewährt, auf Bioprodukte umzusteigen, die ergiebiger sind. Nebenbei hat sich mein Waschverhalten geändert, was sich auch im Alltag positiv bemerkbar macht.
Technikverzicht ist ebenfalls ein Gewichtsgrund, es zeugt aber auch von Stil, aufmerksam seine Umwelt zu beachten.
Letztlich kann man auch sehr schön im Reisebereich nach Hilfsmitteln und Kleidung gucken. Bei youtube und auch sonst im Internet tummeln sich Miminal-Reisende mit ihren Packlisten, Kleidungs-, Schuh- und Rucksackempfehlungen. Wenn man die Technik der Digital Nomads weglässt, bekommt man auch hier Anregungen, wie man leicht und chic unterwegs sein kann.

So, zum Abschluss noch meine persönlichen Stil-Highlights:

Das Hemd

Einfarbige Hemden aus Baumwollmix, wobei es praktisch ist, wenn der KuFa-Anteil überwiegt. Damit ist man immer angezogen.

Der Schirm

Für den schnellen Schauer, den Nieselregen oder bei Sonne, es geht nichts über einen kleinen Klappschirm. Ob Billigmodell, Euroschirm oder Montbell muss jeder für sich entscheiden, aber er ist immer dabei und seitdem hatte ich meine Regenjacke nur noch als Windjacke an.

Das Rasierzeug

Bioladenpower! Der Rasiergriff ist aus wiederverwerteten Joghurtbechern, die Klingen ganz normaler 2-Klingen-Standard. Dazu gibt’s Bio-Rasiercreme umgefüllt in eine kleine Dose aus dem Reisezubehör. Letztlich ist das Rasierwasser umgefüllt in eine 10ml-Droplet-Flasche.

Der Schal

Ja, Buffs oder andere Schlauchtücher sind leichter, aber nichts ist so variabel, wie ein ordentlicher Schal. Ruiniert beim Ausziehen auch nicht die Frisur.

Na, ja, und alles andere findet man ja hier: Packlisten.

Packliste Winterwanderung 2019 Eggeweg/E1

Winter. Man hat alles am Körper und nur ein Minimum im Rucksack. Um das wenige Gewicht auszugleichen packt man sich eine Thermos-Kanne mit Tee ein und schon ist man wieder bei seinem üblichen Gewicht.

So gab es wieder den Haglöfs L.I.M lite 25 als Rucksack, mit Tüte drin gegen Nässe, einer kleinen Wasserflasche und einigen Nüssen und Schokolade als Vorräte. Außerdem ein Sitzkissen gegen kalten Popo. Drin ist etwas…

Technik

  • Telefon 143g
  • Ladegerät Telefon 37g
  • E-Reader 165g
  • eine Socke, um das Handy vor Kälte zu schützen

und…

Wechselwäsche

  • Cross Chino hellblau 295g
  • Cross Pullover 194g
  • Calida KuFa Unterhose 41g
  • Calida T-Shirt 82g
  • Falke Tiago Socken 36g
  • Nomaquito Badeschuhe in Obstbeutel 161g
  • Schlafshirt 117g
  • TheOmm Halo Regenhose 82g
  • Berghaus Hyper100 Regenjacke 91g

und…

Bad/Hygiene

  • Packtasche 1L 13g
  • Deo 65g
  • Bio-Shampoo 60g
  • Rasierer mit Klinge 10g
  • Rasierwasser 10ml 13g
  • Zahnbürste 13g
  • Ajona Zahnpasta 22g
  • Nagelclipser 13g
  • Pinzette 3g
  • 1. Hilfe, Blasenpflaster und persönliche Medikation

Am Körper ist dann der Rest: eine Thermohose, lange Unterbüx, Schlüppi, dicke Socken, Scarpa Mojito GTX, ein Thermounterhemd, Fleece-Pulli, KuFa-Jacke, Schal, Mütze, Skihandschuhe und ein Portemonnaie. Wie immer im Winter rechne ich das nicht zusammen sondern dackel damit einfach los und freu mich, dass mir warm ist.
Neu waren Mütze und Schal und beide haben ihre Tauglichkeit bewiesen.

Alle Packlisten finden sich unter – welch Wunder – der Kategorie Packlisten.

Der Eggeweg/E1

Wann: Dezember 2019
Planungsgrundlage: GPS-Daten von outdooractive.de, Planungshilfe e1.hiking-europe.eu, coolwalking.de
Dauer: 5 Tage, 92km
Region: Teutoburger Wald und Eggegebirge, Deutschland

Es ist mal wieder Winter, es steht mal wieder eine Winterwanderung an. Letztes Jahr bogen wir am Hermanns-Denkmal nach Detmold ab, nun starteten wir am Hermann, um den E1 weiterzugehen. Dieser ist kurz nach dem Hermann an den Externsteinen mit dem Eggeweg identisch. Bis zur Silbermühle war uns der Weg altvertraut, schließlich ist es Heimat (und der Beginn der Weitwanderleidenschaft gewesen). So waren dann die ersten zwei Tage auch wunderbar idyllisch, vor allem der zweite Tag mit dem Silberbachtal ist wunderschön. Dann lässt der Weg allerdings stark nach, die Trockenheit der letzten beiden Jahre, die Monokultur und der Borkenkäfer hinterlassen deutliche Spuren in den Wäldern und von einem Märchenwald kann man nicht mehr sprechen. Man geht durch gerodete Wälder, entlang an meterlangen Holzstapeln und über zerfurchte Wege. Das alles ist nicht schön, zumal sich der Eggeweg im Winter durch die typische norddeutsche Gastfreundschaft auszeichnet: „Dauerhaft geschlossen“ wechselte mit „Nur im Sommer geöffnet“ bei den Quartieren ab und zwang uns eine andere Route nach Warburg einzuschlagen. So brachte uns der vierte und letzte Tag wieder eine landschaftlich wunderbare Route durch einen Tierpark und eine überraschende Einkehr in einem ehemaligen Kloster nebst einem architektonischen Kleinod – abseits vom E1 und vom Eggeweg.

Die besten Erlebnisse:

  • Wir waren schnell unterwegs, obwohl es Freitag war und obwohl viele Wanderer unterwegs waren, waren alle Cafés an den Externsteinen geschlossen; also gingen wir schnell weiter und kamen zur Kaffeezeit in der Silbermühle an. Dort rechnete man noch nicht mit uns, die Bedienung konnte sich nicht ins Buchungssystem einloggen, also saßen wir erst Mal und warteten. Und warteten.
    Netterweise gab es einen Kaffee auf’s Haus, die Kaffee-Maschine tickte aber etwas, der schmeckte also nicht. Schnell ging’s über zu Flammkuchen (okay, aber nicht wirklich gut) dazu gab es Sekt, immer noch alles auf’s Haus. Schließlich wurde es der Dame zu bunt, dass ihr Chef sich nicht meldete und sie quartierte uns in die Suite. Gut gemacht, wir waren schließlich kurz davor, ärgerlich zu werden.
    Abends gingen wir dann mit gemischten Gefühlen zum Essen, sollten die Gerüchte wahr sein, dass die Silbermühle so schlecht geworden war? Nein, es gab mehr Sekt auf’s Haus, hervorragende Menüs und weichen, vollmundigen Rotwein. Zum Schluss noch ein Schnapserl und ab ins Bett. Auch das Frühstück war hervorragend, nur das mit dem Kaffee kriegten sie nicht in den Griff.
  • Bestes Erlebnis wohl nicht, aber im Jägerhof wurden wir vom Qualm eines verstopften Kamins empfangen. Dieser Duft blieb dann auch den Abend über im Haus.
  • Dafür gab es überraschend gute Einkehren, nachdem wir die Alternative zum E1 eingeschlagen hatten. Zum einen gibt es in Hardehausen gleich zwei Möglichkeiten einen Kaffee zu bekommen. Im ehemaligen Kloster, in dem nun ein katholisches Jugendhaus ist, gibt es im Foyer einen Kaffeeautomaten. Freundlich gefragt, durften wir uns auf die Sofas setzen und einen Moment rasten. Zuvor hatten wir ausführlich die neu sanierte Klosterkirche besichtigt, was sich wirklich lohnt. Kurze Zeit später hätte es auch ein Gasthaus gegeben, das sah auch gut aus.
    In Germete, Heimat einer Mineralwasserquelle tat sich etwas ab vom Weg das Restaurant Deele auf, hier gab es köstliche Suppe, heimisches Bier und hier hätte es mehr gegeben.

Die besten Quartiere:

  • Die Silbermühle: laut Gerüchten ist sie schlechter als früher, aber (s. oben), sie war wirklich gut.
  • Hotel zum Braunen Hirsch: das Zimmer war kleiner als in der Silbermühle, dafür aber moderner und der WLAN-Empfang war besser. Das Essen abends war ebenfalls sehr gut, genau wie das Frühstück. Die Gastwirtin wirkte erst etwas spröde, taute aber am nächsten Morgen auf (da war’s ruhiger) und war dann richtig nett. Man darf aber auch nicht vergessen, dass der Weg die Grenze von Westfalen zum Sauerland markiert, da sind Ostfriesen Sabbelmäuler gegen!

Alle anderen Quartiere sind leider kaum zu umgehen. Die negative Spitze markierte dieses Mal Der Jägerhof in Willebadessen, der sich offensichtlich den Busreisegruppen verschrieben hat, für die man in Alte-Leute-Zeitungen Angebote findet. So roch es dann auch, so war die Qualität des Buffets und so war der groß beworbene Spa-Bereich. Der Tagespreis den wir zahlten entsprach dann leider noch dem einer zweitägigen Busreise. Na, ja.

Das würde ich nächstes Mal anders machen:

  • Wir wollen den E1 gehen, von daher kann man nicht viel anders machen, mehr siehe unten.

Kurz: Hm. Das Silberbachtal gehört ja eigentlich noch zum Hermannsweg, das ist inklusive, wer den Hermannsweg macht. Wer den E1 macht, kommt nicht dran vorbei, diesen Weg mitzunehmen. Empfehlenswert ist der Eggeweg aber im momentanen Waldzustand nicht.

Hier gibt’s die Planung als Download und hier eine Packliste.

Packliste Alpe-Adria Trail im Herbst

Die Herbstpacklisten haben ja immer etwas von Best-of der Packlistenentwicklung eines Wanderjahres. Hier kommt alle rein, weil man so ziemlich jedes Wetter erwarten kann und damit hat man eine ganz gute Übersicht über all das Zeug, dass man so besitzt und nutzt.

Obwohl man auf dem Alpe Adria Trail in den Alpen unterwegs ist, kommt man nie in Extremlagen und es gibt auch immer einen Weg um den Gipfel herum, bei dem ein Gewitter nicht ganz so schlimm ausfällt. Der Herbst ist in der Gegend mild; war es in Slowenien morgens noch frisch, ist es spätestens an der Adria noch spätsommerlich warm.
Die Tour ist eben noch mit Trailrunnern machbar, man braucht keinen Hüttenschlafsack, kein Handtuch und keine weitere Hüttenausrüstung, das macht das Gepäck entspannt leicht.

Am Körper

  • Cross Chino 295g
  • Meru Troyer 290g
  • Hemd 217g
  • Calida KuFa Unterhose 41g
  • Calida T-Shirt 101g
  • Rohner Socken 54g
  • Vivobarefoot Primus Trail Firm Ground 498g

Das Hemd und die Socken sind in diesem Jahr neu dazugekommen. Mit Chino und Hemd fühle ich mich wohl und chic, die Socken sind gut, aber irgendwo las ich davon, dass man in Barfußschuhen mit Zehensocken gehen sollte.

Technik/Werkzeuge

  • Telefon 143g
  • Ladegerät Telefon 37g
  • E-Reader 165g

Der E-Reader ist Luxus, klar. Aber abends entspannt zu lesen im Hotelbett hat auch was für sich. Er darf also bleiben.

Wechselwäsche

  • Cross Chino hellblau 295g
  • Cross Pullover 194g
  • Calida KuFa Unterhose 41g
  • Calida T-Shirt 82g
  • Falke Tiago Socken 36g
  • Nomaquito Badeschuhe in Obstbeutel 161g
  • Schlafshirt 117g

Alles gut, irgendwann mach ich mal eine Tour ohne Wechselhose.

Wind- und Wetterschutz

  • TheOmm Halo Regenhose 82g
  • Berghaus Hyper100 Regenjacke 91g
  • Meru KuFa-Jacke 265g
  • Schal 68g
  • Taschenschirm 134g
  • Mütze 26g
  • Handschuhe 44g

Nachdem mich das Schlauchtuch immer nervte ist so ein Schal eine super Sache gegen leichte Winde und ein feines Accessoire für abends.

Bad/Hygiene

  • Packtasche 1L 13g
  • Deo 65g
  • Bio-Shampoo 60g
  • Rasierer mit Klinge 10g
  • Rasierwasser 10ml 13g
  • Zahnbürste 13g
  • Ajona Zahnpasta 22g
  • Nagelclipser 13g
  • Pinzette 3g
  • 1. Hilfe, Blasenpflaster und persönliche Medikation

Das passt schon alles. Demnächst habe ich eine undurchsichtige Dose für die Rasiercreme, die ist noch 2g leichter. Hurra!

Kleinkram

  • Sonnenbrille Decathlon 26g
  • Portemonnaie Paprcuts 13g (ohne Inhalt)
  • Reiseführer 217g

Auch das ist alles super so.

All das kam wieder in den Haglöfs L.I.M lite 25 (390g), die wasseranfälligen Sachen in einen 20L-Müllsack (20g). Das alles ergibt ein Wohlfühlgewicht von rund 3kg. Außerdem waren noch zwei 0,5L-Flaschen Wasser dabei und einiges an Nüssen, Kekse und Bonbons.

Alle Packlisten finden sich unter – welch Wunder – der Kategorie Packlisten.

Der Alpe Adria Trail Kranjska Gora – Triest Herbst 2019

Wann: Oktober 2019
Planungsgrundlage: GPS-Daten von outdooractive.de, Rother Wanderführer, Navigation mit MapsOut
Dauer: 15 Tage, ca. 310km
Region: Slowenien, Italien, Julische Alpen

Puh, schnell mal 310km mit diversen Höhenmetern in 17 Tagen inklusive An- und Abreise. Da ist so manch andere Alpentour entspannter, obwohl es in höhere Lagen geht.
Die Anreise ist natürlich lang, nach Kranjska Gora kommt man nicht mal so eben, die Deutsche Bahn kennt sich in Slowenien nicht so aus. Einfach kann man bis Villach fahren und dann ein Taxi nehmen; außer natürlich, dass das Taxi den Berg aus Altersgründen (beinah) nicht schafft, da hat man dann gleich ein Abenteuer. Na, ja. Letztlich sind wir ja doch angekommen.

Kranjska Gora ist ein wunderschöner Startpunkt für die Tour, ein alter Skiort und mit guter Gastronomie. Über den Vršič-Pass geht es ins Soča-Tal und das alles ist wunderschön. Bis Tolmin hat man die schönsten, die abenteuerlichsten und beeindruckendsten Etappen des gesamten Trails. Allein die ganzen Hängebrücken! Dann geht es rüber nach Italien und auch hier ist es schön, aber es überwiegen die gastronomisch-kulinarischen Erlebnisse und die überwältigende Agrarkultur. Wo sonst sieht man Wein, Oliven, Lavendel, Mandarinen- und Limonenbäume, Kaki-Frucht-Kulturen, Kiwi- und Granatapfelbäume neben Bananenstauden? Die Wegführung hier wirkt leider oft künstlich verlängert, vor allem, da die Adria lockt und man sie endlich erreichen möchte. Gut, dass es den Weg Salzburg-Triest gibt (und dessen Reiseführer im B&B Eggenberg rumlag), mit dessen Hilfe man die Touren abkürzen und schneller auf den italienischen Piazzi (Piazzas?) sitzen kann.
Auch die Rückführung nach Slowenien über Lipica wirkt etwas künstlich, dafür kommt man vor Triest noch mal durch das phänomenale Rosandra-Tal voller Karst-Gestein; es nähme kaum wunder, wenn hier Pierre Brice und Lex Barker vorbeiritten.

Manchmal passt die Wegführung dann auch kaum zum Motto des Alpe Adria Trails, der vom Genusswandern im Garten Eden spricht. In den zahlreichen Zwischenetappen empfanden nicht nur nicht nur wir, auch die anderen Wanderern die Etappen als lang und anstrengend, vor allem, wenn es mal wieder über viel Asphalt oder steinig-bröckelige Waldwege ging.
All das kann der Rother-Wanderführer schlecht abbilden; es sind die selben Autoren wie beim E1 und auch da haben sie nicht durch spannende Tourbeschreibungen und Insiderwissen geglänzt, hier kommt noch fehlendes Gespür für kulinarische Genüsse dazu. Ach, ja, war ja trotzdem super.

Die besten Erlebnisse:

  • Die Soča: Mehr müssen Sie vom Alpe Adria Trail nicht machen. Das ist der Knaller. Kurz danach kommt eigentlich sofort die Adria, vor allem in der von uns begangenen Variante (s. Quartiere), das wäre aber der Trail Salzburg-Triest. Planen Sie auf den Etappen eine Stunde mehr Wegzeit ein, Sie werden sie für Fotos brauchen.
  • Durch den steten Wechsel zwischen den Ländern erlebt man, wie gut Europa ist, wie einfach man Grenzen kreuzen kann. Vor allem wird einem das bewusst, wenn man mal wieder an Schützengräben vorbei kommt und über die Schrecken des 1. Weltkriegs dort liest und sieht. Nie wieder darf das passieren!
  • Außerdem trafen wir mal wieder nette Mitwanderer. Pia in der ersten Woche, Anne, Shaun und Robert in der zweiten. Es ist schon nett, immer wieder auf die gleichen netten Menschen zu treffen, mit denen den Tag abzugleichen und einen Einblick in andere Leben zu erhalten.
  • Ein neues Land kennen lernen: in diesem Fall Slowenien. Toll da, fahren Sie da hin, die Menschen sind herzlich und es hat überall viel Gastfreundschaft. Ganz super ist der Triglev-Nationalpark. Auf den Campingplätzen kann man hervorragend frühstücken, wenn es das mal nicht in der Pension gibt. Italien ist natürlich auch super, das Friaul und Triest kannten wir halt noch nicht.
  • Unterwegs auf einem Weingut einen Probeschoppen bekommen (Schioppetino!).
  • Touren ändern: Weil wir’s können und weil wir dann die schönere Strecke gefunden haben.
  • Nach dem offiziellen Tourabschluss haben wir auf Anraten der britischen Mitwanderer die Fähre nach Triest genommen. Super Entscheidung, weil es keinen Trailhead gibt. Damit war die Tour dann im Hafen von Triest wirklich beendet.

Die besten Quartiere:

Dieses Mal waren keine großen Aussetzer zu verzeichnen. Selbst die schlichten Quartiere waren ihren Preis wert.

  • Schon in Kranjska Gora war das Pri Martinu gemütlich, das Abendessen deftig und das Frühstück prima.
  • Das B&B La Rosa dei Venti in Tribil riecht zwar extrem nach Seife, aber das Essen war hausgemacht, ebenso der Wein und der Grappa. Und es war günstig.
  • In Cividale waren wir im Hotel Pomo d’oro, direkt gegenüber einen Bar, die Piazza um die Ecke; hausgebackenen Kuchen gab’s zum Frühstück, das muss ja gut sein.
  • Dama Bianca in Duino: direkt am Meer und so eine Küche, dass sogar ich Meeresfrüchte mochte. Da will man schnell hin, also nimmt man die Abkürzung über den Salzburg-Adria-Trail. Auch der Rilkeweg am nächsten Tag nach Prosecco ist nett, aber will man wirklich wieder in’s Landesinnere? Man ist doch am Meer? Also folgt man auch hier der anderen Route!
  • Ostello Tergeste in Tergeste. In Prosecco gibt es kein Quartier, etwa zwei Kilometer unterhalb kommt man auf Schleichwegen zum Meer. Das Ostello liegt direkt an der See, um die Ecke gibt’s gute Restaurants und Bars in Laufweite. Am nächsten Tag geht man dann etwas abenteuerlich wieder nach oben, da muss man mal wieder die Navi-App bemühen.
  • B&B Sotto il Volto in San Dorligo, das ist alle schon sehr freundlich und edel.

Das würde ich nächstes Mal anders machen:

  • In Trenta soll es im Museum ein Quartier mit Frühstück geben, was es bei uns nicht gab. Etwas außerhalb außerdem ein Quartier mit Heubetten, direkt gegenüber des Restaurants.
  • In San Martino kann man gut im Ort wohnen und essen. Das Hotel San Martin ist nicht schlecht, aber es geht bestimmt besser und/oder günstiger.
  • In Cormons war unser Quartier italienisch kühl gehalten, viel Neonlicht hinter verschlossenen Fensterläden und „klare“ Einrichtung. Besser ist bestimmt ein Quartier am oberen Platz, dort gibt’s auch nette Restauration. Am unteren Platz gibt es dafür ein wunderbares Café, falls man im Quartier kein Frühstück bekommt.
  • Im Dama Bianco das Risotto bestellen, dazu hätte es Jakobsmuscheln gegeben.

Kurz: Den gesamten Trail muss man wohl nicht machen, vor allem in Österreich soll es wohl eher schlicht sein im Vergleich zu anderen Alpenwanderungen. Aber die Soča – sagte ich schon, wie schön es da ist? Und die Adriaküste kurz vor Trier ist auch einen Ausflug wert.

Hier gibt’s die Planung als Download und hier eine Packliste.

Packliste Fernwanderweg E1 Schleswig-Holstein im Sommer

Die Kurzvariante lautet: die Packliste vom Kantsteinweg plus ein Bodenwischtuch aus Microfaser als Handtuch. Das war ebenso unnötig wie die zusätzlich eingepackte Badehose. Wegen extremer Mückenstiche kam einiges an Zeugs im Lauf der Tour dazu; ein Stick, um die Stiche wegzubrennen wurde gekauft, getragen und war unwirksam. Auch der Rother Reiseführer ist Quatsch. Das fiel aber alles nicht weiter ins Gewicht (haha!), deswegen werde ich demnächst wohl auch wieder einen E-Reader einpacken.

Etwas länger und konkreter war das im Rucksack:

Am Körper

  • Cross Chino Shorts
  • Berghaus Wanderhemd
  • Calida KuFa Unterhose
  • Calida T-Shirt
  • Rohner Walk Socken
  • Vivobarefoot Trailrunner
  • iPhone 6s

Im Rucksack

  • Haglöfs L.I.M. lite 25 Rucksack
  • Müllbeutel (Liner)
  • Sitzkissen
  • Sonnenbrille, Portemonnaie, Sonnencreme, AntiMücken-Zeugs
  • Reiseführer
  • zwei PET-Flaschen 1L, Snacks
  • Ladegerät
  • Cross Chino hellblau
  • Cross Long-Polo
  • Calida KuFa Unterhose
  • Calida Longsleeve (Schlafshirt/Kälte-Backup)
  • NoName Sneakersocken
  • Nomaquito Badeschuhe in Obstbeutel
  • TheOmm Halo Regenhose
  • Berghaus Hyper100 Regenjacke
  • Meru KuFa-Troyer
  • Leichter Schal
  • Salomon Cap
  • Taschenschirm
  • Badehose
  • Mikrofasertuch
  • Kulturbeutel: Packtasche 1L
  • Deo-Stick
  • Bio-Shampoo
  • Bio-Duschgel
  • Einwegrasierer
  • Rasierwasser 10ml
  • Zahnbürste
  • Ajona Zahnpasta
  • Nagelclipser, Pinzette
  • Pflaster, Ibu, Blasenpflaster und persönliche Medikation

Das sind rund 2,5kg. Mit der derzeitigen Version bin ich sehr zufrieden, es ist kaum etwas dabei, was ich nicht brauche (s. o.); tagsüber sehe ich nicht zu wanderig aus und auch die Kleidung für abends bewährt sich. Es ist wirklich ein entspanntes Wandern.
Etwas sportlich waren die Minimal-Trailrunner, die ersten Tage mussten sich die Muskeln derbe dran gewöhnen. Aber wir sind ja nicht zum Spaß unterwegs (Äh?! Moment!).

Alle Packlisten finden sich unter – welch Wunder – der Kategorie Packlisten.

Der E1 Schleswig-Holstein: Flensburg bis Aumühle

Wann: Juli 2019
Planungsgrundlage: GPS-Daten von outdooractive.de, Planungshilfe e1.hiking-europe.eu, coolwalking.de
Dauer: 17 Tage, ca. 400km
Region: Schleswig-Holstein, Deutschland

Der Fernwanderweg E1 ist ja ein alter Bekannter: auf dem Hansaweg und dem Hermannsweg sind wir ihm bereits begegnet, auf dem Heidschnuckenweg auch und in der näheren Wanderumgebung, dem Deister etwa, tritt er auch immer mal wieder in Erscheinung.
Die Planung wirkt zunächst kompliziert, aber dank hiking-euope.eu hat man eine gute Planungsgrundlage. Pia von CoolWalking wandert sehr ähnlich wie wir, also kann man sich gut ihre ausführlichen Etappenbeschreibungen durchlesen und sich an ihren Einkehren und Unterkünften orientieren.
Neu war in diesem Jahr ein Rother Wanderführer zum E1 in Deutschland, der wirkt aber so komprimiert, dass bemerkenswerte Orte oder Einkehren kaum erwähnt wurden. Auch die Etappeneinteilung ist eher seltsam.

Apropos Etappen: Diese sind im nördlichen Teil oft sehr lang und ohne Zelt kaum zu unterteilen, einfach, weil es unterwegs keine Quartiere gibt. 30km sind keine Seltenheit, weshalb wir die Tour in den Sommer gelegt haben. Das Wetter war kälter als erwartet, aber zum Wandern war das wahrscheinlich gut. Auch, wenn die Regensachen dann als Windschutz häufiger als gedacht zum Einsatz kamen.

Der Norden des Nordens, also der Teil ab Flensburg bis Kiel, war besonders schön, es ging durch Noore und Moore, die Wälder waren knorriger als man es hier gewohnt ist. Grad morgens gab es hier viele Tierbegegnungen.
Rund um die Holsteinische Schweiz hatte man dann zwar viel Seen, aber auch Wälder wie wir sie aus dem Weserbergland kennen. Wir haben hier, auch dank Pia, Alternativen gesucht und gefunden.

  • Ab Schleswig wäre ein Weg entlang der Küste möglich, direkt nach Eckernförde. Das würde eine Etappe sparen (und haben wir nicht gemacht).
  • Schönwalde haben wir ausgelassen, weil es dort kein Quartier gab. Scheint eine offizielle E1-Alternative zu sein, die gut an den Bäumen ausgeschildert ist
  • Ab Neustadt sind wir die Küste entlang gewandert, über Sierksdorf bis Timmendorf und haben einen Zug nach Bad Schwartau genommen. Wahrscheinlich könnte man auch bis Travemünde und von dort nach Lübeck rein.
  • Nach Lübeck haben wir eine Route entlang der Trave über Gothmund, was ein tolles Fischerdorf ist, gewählt.
  • Manchmal konnte man auch einfach die Landstraße gehen und so einen Schlenker über lange Feldwege sparen.

Einen Vorgeschmack auf die Route südlich von Hamburg gibt es unvermittelt zwischen Mölln und Kuddewörde, die eine der schönsten Etappen war.

Die besten Erlebnisse:

  • Die Tiere: das Rehkitz mitten im Wald, 10m entfernt, dass uns ungläubig beäugte (so früh Menschen?), die Unmengen kleiner Froschis, Mini-Kälber, die sich hinter einem Grashalm verstecken wollten, eine Weide voller Pferde, Shetland-Pony-Fohlen.
  • Unerwartete Einkehren: nur wenige Meter vom Weg ein Café, das kein Reiseführer erwähnte (Am Fuhlensee Wahlstorf?).
  • Auch so eine unerwartete Einkehr war beim Gut Sielhagen vor Neustadt im Field & Fun. Es hätte auch ein Palmcafé gegeben, aber wenn man so gar nichts erwartet und dann Espresso und Eis bekommt…
  • Einkehren, gutes Stichwort: In Stohl waren wir in einer Ferienwohnung untergebracht, der örtliche Gasthof hatte Ruhetag (das Nord-Süd-Gefälle). Also kehrten wir ca. 3km vorher ein und das war eine gute Einkehr im Strandhaus Seeschlösschen. Spät ins Quartier, duschen und schlafen. Morgens früh raus, denn Frühstück gab es auch keines. Das gab es erst wieder in Strande nach zwei Stunden laufen. In Strande hatte noch vieles geschlossen (gna), also fragten wir freundlich im Strandhotel, die sich unser erbarmten. Puh.
  • Ähnlich war es in Grande: Das Restaurant neben dem Hotel hatte eine Gesellschaft, der Bus nach Trittau, wo die nächsten Resturants sind, kam nicht, also wurde getrampt. Eine nette junge Frau nahm uns mit und bewunderte uns angemessen für die Wanderung. Zurück durchliefen wir dann halb Trittau, um eine Haltestelle zu finden, die trotz Baustelle bedient wurde. Trotzdem gut, weggen der Dame.
  • Angekommen in Aumühle mussten wir dann lesen, dass unser Zug ausfiel. Sparte dann letztlich zwei Stunden Wartezeit, aber das mit den Öffis dürften wir in Deutschland noch mal üben.

Die besten Quartiere:

  • Eigentlich waren alle Quartiere zu teuer, für das, was geboten wurde. Selbst recht ordentliche Hotel, wie in Plön, Bad Schwartau oder Schellhorn sind beim zweiten Blick nicht so edel, wie die Preise. In der Planungsliste sind deshalb an manchen Orte die Unterkünfte markiert, die man meiden sollte.
  • Gute Einkehren hingegen hatten wir oft, aber auch die waren hochpreisig. Besonders gut gegessen haben wir in Plön (Brasserie), Lübeck (Schlumachers), Neustadt (Miera) und Eutin (Bacchus).
  • Die ehrlichste Unterkunft war übrigens die Pension Heitmann in Wotersen.
  • Typisches und ehrliches Essen gab es in den Seeterrassen Ahlefeld Bistensee
  • Das ebenfalls in Ahlefeld gelegene Hotel Katerberg ist lobenswert bioorientiert und hat ein wundervolles Frühstück

Das würde ich nächstes Mal anders machen:

  • Keine Jugendherbergen mehr, dafür sind wir irgendwie zu alt. Oder die Jugendherbergen waren zu schlicht. Außer vielleicht in Ratzeburg, die ist sensationell am See gelegen.
  • In Neustadt sehr rechtzeitig ein ganz anderes Quartier suchen.

Kurz: Wenn man den E1 gehen will, kommt man um diese Tour nicht drumherum. Aber es ist halt kein Premium-Panoramaweg, deshalb gibt es manchmal halt Strecken um der Strecke willen. Es sind auch nicht die Alpen, deshalb fehlt manchmal die spektakuläre Aussicht. Und es ist die Ostsee. Die ist mit Sonne und Wärme schöner, aber es ist halt die Ostsee, da gibt es für Sonne und Wärme auch im Sommer keine Garantie.

Unsere Planung gibt es hier als Download: klick.

Packliste Kantsteinweg

A.k.a. Testpackliste E1 Schleswig-Holstein. Ja, so sieht’s aus. Im Juli wollen wir den E1 Deutschland in Flensburg starten und bis Hamburg wandern. In den Folgejahren geht es dann runter bis Konstanz. Da braucht man natürlich andere Sachen als im Sommer in den Alpen und auch andere Sachen als in Wales oder auf dem Eifelsteig.

Es war Sommer, auch wenn es zeitweise dramatisch bewölkt war, konnte man gut in Shorts gehen und auf Daunenjacke, Schal, Handschuhe und Mütze verzichten. Auch die lange Unterbüx blieb im Schrank, wir sind ja hier nicht – wie gesagt – in den Alpen.

Neu ist eine Berghaus Hyper100 Regenjacke (91g) und eine TheOmm Halo Pants (82g). Diese Regenjacke und -hose gab es im Schlussverkauf und drücken das Gewicht natürlich gewaltig nach unten. Zum Vergleich: die alte Marmot-Regenjacke wog 299g. Zum Einsatz kam dies alles aber nicht. Dazu kommt, als Isolation, der altbekannte KuFa-Troyer.
Für abends gibt’s eine Set leichter Kleidung, wie in den oben verlinkten Packlisten zu finden und auch die Kulturtasche hat sich kaum verändert.
Ein neuer Rasiergriff ist eine Neuentdeckung aus dem Bioladen; der Griff ist aus recycelten Joghurt-Bechern und so elastisch, dass die Standard-Doppel-Klingen länger halten.
Am Fuß gab es mit Minimalschuhe eine große Veränderung, die lösten einen unglaublichen Muskelkater aus.
Mit einem Wanderhemd fühle ich mich wohler als in Shirts, auch das ist neu.
Insgesamt macht das runde 2,2kg ohne Vorräte und Wasser und ja, damit bin ich zufrieden.

Die bevorstehende Tour macht sich auch bei der liebsten Wanderbegleitung bemerkbar, das dritte T-Shirt blieb zuhause, ebenso die Turnschuhe für abends. Das alles, damit ein neuer Rucksack befüllt werden kann, ein Vaude Citus 24LW. Dieses leichte Teil kann optimiert werden, indem man den Drahtbügel vorsichtig entfernt. So ergibt sich mehr Packvolumen und eine Gewichtsersparnis von 100g. Insgesamt liegt der Citus damit bei ca. 400g.

Der E1 kann kommen!

Alle Packlisten finden sich unter – welch Wunder – der Kategorie Packlisten.