Ohne Worte

Wenn man beim Wandern in den Alpen einem Trupp junger Menschen immer wieder begegnet und wenn diese Menschen erst über die schneefreien Beton- äh, Schneepisten wandern, vor dem Plan mit den Winterpisten stehen bleiben und seufzen, wie sehr sie das Skilaufen vermissen; wenn diese Menschen dann darüber reden, wo sie was bei welchem Spezialhändler in München noch alles kaufen müssen, für’s Wandern, für’s Skilaufen; nahtlos wechseln zum Gespräch darüber, dass sie endlich mal wieder richtigen Kaffee möchten nach der einen Nacht auf der Hütte, am liebsten in Italien: „Un cafè, por favore, pronto“ und natürlich ’ne richtig geile Latte (Macchiato) meinen, bevor sie dann ihr Selfie vor der Bergkulisse machen bei der Seilbahnfahrt – wie oft darf man die mit der Muffe puffen?

Advertisements

Der Unterschied zwischen Nord und Süd

Eischokolade

Natürlich kann man auch im Norden herrlich wandern, doch, doch, da braucht man gar nicht immer die Grenze nach Westfalen groß überqueren. Mit Harz, Teutoburger Wald, Lüneburger Heide und Küste gibt es genügend Möglichkeiten, Landschaft und Kultur zu erleben. Auch auf Steigungen muss man da gar nicht weiter verzichten, wenn man von 0 kommt sind 150m ein kräftiger Anstieg. Die Lüneburger Heide ist erstaunlich hügelig, die Deiche erstaunlich schräg nach fünf Stunden Tour und der Ith ist erstaunlich steil.

Viel erstaunlicher ist aber das, was den Unterschied zum Wandern im Süden ausmacht: die Gastronomie. Beziehungsweise das Fehlen derselben.

Wenn man im Süden Deutschlands wandert gibt es Hütten, Straußwirtschaften, Biergärten, Weinstuben und allerlei andere Formen von Ausflugslokalen. Sie alle haben zwar auch Ruhetage und nicht immer geöffnet, sind aber tendenziell wandererfreundlich. Das heißt, wenn man dem Betreiber begegnet, kommt man oft ins Gespräch und erhält schnell mal ein Bier, einen Kaffee, ein Wasser und auch eine Kleinigkeit zu Essen. Das reicht dann von Suppe bis Brotzeit, ein Paar Würstel sind fast immer drin.

Im Norden hingegen kann man sich auf eine Versorgung durch Gastronomie nicht verlassen. Der Ruhetag wurde verschoben, weil es in der Woche schon einen Feiertag gab, die Wirtschaft wurde aufgegeben oder der Betrieb nur noch auf die Abendzeiten verlagert. Die Tische sind ausgebucht, der Laden ausgebrannt oder es gilt der Klassiker: „Wir öffnen erst in einer halben Stunde.“, direkt gefolgt von „Heute geschlossene Gesellschaft”. All das bekommt man nicht am Telefon mitgeteilt, wenn man sich vorher erkundigt, weil niemand ans Telefon geht, die Öffnungszeiten im Internet stimmen nie, wenn es denn überhaupt Internetseiten zum Restaurant gibt.
Allein die Eisdielen und Dönerimbisse sind da sehr zuverlässig und freundlich. Und die Kneipen, in denen man darüber ins Gespräch kommt, dass man schon als Kind zu Gast war, aber das zählt irgendwie nicht richtig.
An der See ist es etwas besser, die Cafés sind zuverlässig wie angekündigt geschlossen und die Hotels nehmen Gäste nicht unter drei Nächte. Die Jugendherbergen übrigens auch nicht, das ist dann nur gerecht.
(Besser ist es übrigens da, wo die Traditionsbetriebe geschlossen wurden und die Nachfolger Italiener, Kroaten, Serben oder Türken sind.)

Und das, allein das, ist der wahre Unterschied beim Wandern zwischen Nord und Süd.

Eischokolade
Einkehr (Symbolbild)

Packliste Ahornweg: Minimalgepäck 2018

Ladekabel, Reisezahnbürste, Denttabs, Ceterezin

Sagte ich, dass es nicht mit weniger geht? Na, klar geht da weniger!

Am Körper

  • Cross Chino 295g
  • Cross Langarm-Polo 210g
  • Calida KuFa Unterhose 41g
  • Calida T-Shirt 101g
  • Falke GO-2 Socken 46g
  • Vibram Furoshiki 322g

Zusammen 1158g. Find ich O.K.

Technik/Werkzeuge

  • Telefon 143g
  • Ladegerät 37g

Wind- und Wetterschutz

  • Gwell Regenjacke 137g

Wechselwäsche

  • Zweite Unterhose 41g
  • Falke Tiago-Socke 36g
  • Schlafshirt 130g

201g. Orrr.

Bad/Hygiene

  • Reisezahnbürste 11g
  • Denta-Tabs 2 Stck. 1g
  • Ceterezin 1 Tablette 1g

Seife gibt’s im Hotel, auf Deo und Rasieren kann ich bei zwei Wandertagen verzichten. Insgesamt 13g.

Angesagt war eher sonniges Wetter bei 21 Grad Tagestemperatur, vielleicht mal ein kleiner Schauer, leicht windig sollte es sein. Da reicht eine eher sommerliche Garderobe ohne lange Unterwäsche. Für morgendliche Kühle und gegen den Wind zog ich das Unterhemd an, darüber die Regenjacke mit Doppelnutzen als Windjacke. Vorteil dieser Jacke ist, dass auch der Rucksack darunter passt. Der Rucksack ist von Decathlon und fasst 10L. Es ist nicht die leichteste Faltversion (der hätte nur 48g), dafür hat er eine Außentasche für Geld und Müsliriegel – und ich musste ihn nicht extra kaufen. Er wiegt 150g, darin war, außer dem Gepäck, noch eine 0,5L Trinkflasche mit 29g Leergewicht. Damit liegt das Baseweight bei 610g. Dazu kommt noch Geld und Karten, ein Tütchen Nüsse und ein Stückchen Apfelkuchen als zweites Frühstück.

Die Schuhe sind Minimalschuhe, es war ein Test, ob ich damit wandern kann, bevor ich mir Minimal-Trailrunner anschaffe. Ging ganz gut.
Zum nächsten Mal könnte man überlegen, auf Wechselsocken- und Unterhose zu verzichten, denn richtig schwitzig waren die Sachen nicht.

Alle Packlisten finden sich unter – welch Wunder – der Kategorie Packlisten.

Hose, Polo, Unterhemd, Unterhose, Socken, Minimalschuhe
Hose, Polo, Unterhemd, Unterhose, Socken, Minimalschuhe
Schlafshirt, Socken, Unterhose, Regenjacke
Schlafshirt, Socken, Unterhose, Regenjacke
Ladekabel, Reisezahnbürste, Denttabs, Ceterezin
Ladekabel, Reisezahnbürste, Denttabs, Ceterezin

Der Ahornweg: Große Schleife 2018

Gradierwerk in Bad Rothenfelde

Wann: September 2018
Planungsgrundlage: Route auf outdooractive, Navigation mit MapsOut
Dauer: 2 Tage, 60 km
Region: Teutoburger Wald

Der Ahornweg, ein alter Bekannter. Das hat Vorteile, wenn man mal etwas Neues probieren will. Denn die Gegend kenne ich, aus der stamme ich und hier lebt noch Familie. Das ist sehr praktisch, wenn man z. B. mal testen will, ob man 30km am Stück in Minimalschuhen mit Minimal-Gepäck solo schafft. Ha!

Der Teutoburger Wald ist schon lange eine Wanderregion. Gebirge mag man die Hügelkette nicht nennen, trotzdem gibt es sowohl auf dem bekannteren Hermannsweg als auch auf dieser Tour den ein oder anderen Anstieg, der beinah knackig zu nennen ist. Damit ist der Teuto für verschiedenen Altersklassen attraktiv, denn neben den Mehrtagestouren gibt es vor allem viele Tageswanderungen.
Die große Ahornschleife dauert normalerweise 3 Tage, man kann sie aber durch die vielen Orte auf dem Weg aber auch gut unterteilen.

Waldig ist das Teilstück um Bad Iburg, Richtung Bad Laer geht es durch Bauernschaften und Heidegebiet, die vielen Asphaltstrecken werden dann durch Heidewege und Waldstücke am Bach unterbrochen. Richtung Bad Rothenfelde ist man dann wieder im hügeligen Wald. In Hilter ist man schnell, ein kleiner Wald trennt den Blick von Bad Rothenfelde. Über Asphaltwege an Feldern kommt man nach Hilter wieder in Waldgebiete Richtung Noller Schlucht. Schlucht klingt spektakulär, man wandert aber eher oberhalb, durch die Schlucht fahren Autos. Die Wegführung ist bis Wellingholzhausen angenehm abwechselnd, eine Einkehr gibt es ab Hilter nicht mehr.

Früh ging es am Samstag los, gegen 9 Uhr startete die Tour an einem Parkplatz an der B68 oberhalb von Hilter a. T. W.
Aus Gründen gehe ich die Tour gegen die empfohlene Richtung, erst nach Bad Iburg, wo grad die Landesgartenschau statt findet. Von dort nach Bad Laer und weiter nach Bad Rothenfelde, wo ich bei einem alten Freund in einem Hotel Quartier beziehe. Abends treffe ich Familie und sinke müde ins Bett.
Sonntags ging es dann weiter, mit einer kurzen Rast in Wellingholzhausen, dann ins Auto und zurück nach Hause.

Kurz: Der Teuto ist ein Wanderklassiker und hier erlebt man in Kurzform Region und Bäderkultur. Kann man schon mal machen.

Ein Wanderweg mit Wald und Feldern
Der Ahornweg oberhalb von Sentrup
Ein Wanderweg am Bach
Der Ahornweg in der Bad Laerer Heide
Springbrunnen im Bad Laerer Kurpark
Springbrunnen im Bad Laerer Kurpark
Die Iburg
Die Iburg
Gradierwerk in Bad Rothenfelde
Gradierwerk in Bad Rothenfelde

Von den Alten lernen: Zwiebelprinzip

Wanderer in Wintermontur

Was mein Opa war, der trug immer lange Unterbüxen und -hemden. Ja, auch im Sommer. Denn die Unterwäsche, mien Jong, ist dafür, dass der Schmutz nicht in den Anzug geht. Und ohne Anzug, dass kennen Sie, geht man nicht aus dem Haus.

Schweiß und Schmutz waren also abgefedert, der Anzug gestaltete sich dann je nach Jahreszeit. Im Sommer trug man Hosen und Hemd. Zu kälteren Zeiten zog man das Jackett über, wurde es richtig kalt kam ein Pullunder oder ein Pullover dazu.

Apropos: Pull under, Pull over, Sie wissen schon.

Ergänzen könnte man einen Mantel, einen Regenmantel, Schirm, Charme und Melone, ein Hut, ein Stock, ein himmelblauer… nein, Quatsch. Jedenfalls war mein Opa immer korrekt gekleidet und konnte jedem Wetter trotzen.

Wenn Sie also mal wieder vom Zwiebelprinzip lesen und junge Wander-Blogger in große Artikeln Geheimwissen versprechen, können Sie ja einfach mal an meinen Opa denken. Er hätte es verdient.

Zum Bild: Rucksack dick, aber leer, weil alles am Wanderer, korrekt gezwiebelt.

Kann man die E5 Alpenüberquerung nur in Gasthöfen und Hotels machen?

Bozen (Symbolbild)

Seien wir mal ehrlich, die Abende auf einer Hütte in den Alpen können spaßig sein. Man trifft Menschen, die die gleiche Tour gehen, man hat etwas zu erzählen und trifft sich auf der nächsten Hütte wieder.

Seien wir aber mal ehrlich, die Nächte auf einer Hütte sind im besten Fall sozial interessant. Menschen produzieren Gerüche und Geräusche und das erlebt man auf engstem Raum, auf dem E5 im besten Fall im 4er-Zimmer. Oder im Notlager vor den Toiletten.

Seien wir mal ganz ehrlich, die Morgende auf den Hütten sind eine olfaktorische und auditive Herausforderung für Menschen, die es gewohnt sind, 10 Minuten vor ihrer Kaffeetasse zu sinnieren, bevor sie zu einem Gespräch bereit sind.

Kann man das denn nicht umgehen? Klar kann man und darum soll es in diesem kleinen Aufsatz gehen.

Vor- und Nachteile einer Alpenüberquerung ohne Hüttenübernachtung

Es sollte jedem klar sein, dass durch die Übernachtung in Gasthöfen, Pensionen und Hotels die Tour nicht weniger anstrengend wird. Es müssen trotzdem 1000-2000 Höhenmeter überwunden werden und nach jedem Aufstieg erfolgt zwangsläufig der Abstieg. Auch die Ausrüstung muss weiterhin angepasst bleiben, schließlich kann das Wetter jederzeit umschlagen. An einigen Etappen wird es sogar sportlicher, z. B. wenn man die Kaunergratvariante machen will und man wird eine Fahrgelegenheiten nutzen müssen. Man ist nicht ausschließlich zu Fuß über die Alpen gegangen.

Die Nachteile

  • Man wird kein Teil der E5-Familie. Man trifft halt nicht jeden Tag die gleichen Leute.
  • Man verpasst die Gipfel in den Morgenstunden. Es ist schon super, um 7 Uhr auf 3000m zu stehen, so ein Licht gibt es nur morgens.
  • An kühlen Tagen ist es auf den Hütten eher frisch. An heißen Tagen ist es aber im Tal oft ziemlich heiß und stickig.
  • Der Kaiserschmarrn auf einer Hütte ist oft doppelt lecker.

Die Vorteile

  • Der E5 ist beliebt und damit übervoll. Mit der Gasthofvariante umgeht man aber Gruppen und den Ballermann-Alpinismus. Man geht weitgehend in totaler Ruhe und Stille.
  • Die Gegend ist auf Wintertourismus ausgelegt, in den Tälern muss man nicht vorbuchen, einen Tag vorher anrufen reicht, um ein Quartier zu finden, was bei den Hütten nicht mehr geht. Dafür schläft man dann in weichen Kissen, hat eine heiße Dusche und ein warmes Abendessen. Und ein Zimmer für sich alleine. Gute Nacht.
  • Man braucht keine Hüttenschuhe, kein Handtuch, keinen Hüttenschlafsack und keine Ohrstöpsel. Für die Gewichtssparer unter uns.
  • Man muss nicht auf das Hüttenleben verzichten, zum zweiten Frühstück oder zu Mittag ist man kurz mal da.
  • Apropos Frühstück: Im Rucksack spart man sich einige Vorräte, weil man in den Gasthäusern eine Stulle einpacken kann.
  • Im Tal ist das Essen oft günstiger und besser als auf den Hütten.

Die Vernagt-Route: Etappeneinteilung

  • Man fährt bis Spielmannsau, gegen 9 Uhr dort starten reicht. In drei Stunden geht es zur Kemptner Hütte, nach einer Rast geht es runter nach Holzgau. Dort kann man im Bären oder in der Neuen Post gut unterkommen. Man kann auch mit dem Bus nach Bach fahren und dort nächtigen, das soll billiger sein.
  • Der nächste Tag startet früh mit einer Taxifahrt zur Materialseilbahn. Der Weg dorthin ist, ähnlich wie nach Spielmannsau, zäh und führt über viel Asphalt, man kann ihn sich gut sparen. In drei Stunden ist man vor Mittag auf der Memminger Hütte. Man sollte dort nicht trödeln, denn über die Seescharte geht es noch nach Zams runter. Dieser Abstieg ist lang und vor allem in der letzten Stunde besonders doof. Wer vor 17 Uhr in Zams ist, könnte noch die Bahn zur Venethütte nehmen, die muss man allerdings frühzeitig buchen für ein kleines Zimmer, dafür hat’s ein prima 3-Gänge-Menü. In Zams selbst gibt es vor der Seilbahn ein edles Hotel oder man nimmt eine kleine Pension, weg von der Haupstraße.
  • Dritter Tag. Man startet in Ruhe nach Wenns, dort hat man die Wahl. Entweder nimmt man Bus oder Taxi nach Mittelberg und kehrt in den Berggasthof Steinbock ein oder man wandert über St. Leonhard nach Mittelberg. Diese Variante muss man wahrscheinlich einmal unterbrechen und nach einem Quartier gucken.
  • Auch am nächsten Tag steht man vor der Wahl. Bis zur Braunschweiger Hütte sind es wieder drei Stunden, dann geht es über das Pitztaler Jöchel oder den Rettenbachferner zum Restaurant Rettenbach. An dieser Stelle wird zunächst die Variante nach Vernagt beschrieben, den Weg über Zwieselstein findet man weiter unten.
    Man nimmt man kurz den Bus oder ein Taxi durch den Tunnel und dann den Panoramaweg nach Vent. Dort bezieht man Quartier, z. B. in der Pension Stefanie.
  • Zur Similaun Hütte sind es wieder drei Stunden, dann geht’s runter, immer mit dem Blick auf den schönen Vernagt Stausee und hinein in Hotel Interski. Oder in eines der anderen vielen Quartiere in Vernagt.
  • Anschließen könnte man die im Rother Wanderführer beschriebene Tour über den Meraner Höhenweg gehen. Am Gasthaus Giggelberg, der eher einer sterilen Form einer Hütte ähnelt, nimmt man den Lift und sucht sich ein schönes Quartier in Partschins.
  • Mit dem Lift oder zu Fuß geht es dann über die Waalwege von Partschins und Algund nach Meran rein. Prima unterbrechen kann man es in Algund und zu Mittag in die Blaue Traube einkehren. In Meran kann man übrigens günstig und zentral in der Jugendherberge wohnen.

Die Zwieselstein-Variante

  • Man startet die Tour wie oben, aber nach dem Pitztalerjöchel geht man halt nach Zwieselstein. Das ist dann eine 10-Stunden-Tour. Das Haus Sonnschein nimmt einen auch spät abends noch auf. Wer früh genug ist, kann auch zur Mittelstation der Seilbahn nach Sölden und nimmt den Bus.
  • Von Zwieselstein geht man über das Timmelsjoch nach Moos, wer mehr Pause will, kann auch im Gasthaus Hochfirst unterbrechen, dann hat man schnell einen italienischen Nachmittag.
  • Von Moos geht es einfach über die Schlucht ins Südtiroler St. Leonhard. Von dort über die Pfandler Alm zur Hirzer Hütte. Nach Voranmeldung gibt es dort Doppelzimmer. Nachteil: Man braucht Hüttenschlafsäcke und ein Handtuch, hat aber zumindest ein Waschbecken auf dem Zimmer und teilt sich Toilette und Dusche nur mit drei weiteren Zimmern. Oder man geht zur Bahnstation und fährt ins Tal. Das ist ein Teil, für den ich noch keine richtige Idee habe, eine Hütte zu umgehen.
  • Auch die Meraner Hütte verlangt Hüttenschlafsack und Handtuch, bietet aber Doppelzimmer und einen gepflegten Sanitärbereich ohne große Einschränkung hinsichtlich warmen Wassers. Man kann aber auf die Kirchsteiger Alm ausweichen, die bietet Doppelzimmer mit Dusche/WC.

Kaunergrat-Variante

Ja, auch diese anspruchsvoll Variante geht sehr gut ohne Hütte. Aber Achtung: Am Maddatschjoch ist es richtig alpin, hier wird die Grenze zwischen Wandern und Klettern überschritten!

  • Von Zams aus kann man in Ruhe nach Piller gehen und übernachtet im Gasthaus Sonne. Die Pferderanch hat zwar einen Preis für das skurrilste Quartier verdient, abernajaundso.
  • Über die Aifner- und Faulkneralm macht man sich auf nach Nufels und schläft im Hotel Weißseespitze. Oder man geht über den Dr. Angerer-Höhenweg weiter nach Feichten, dort gab es auch ansehnliche Hotels.
  • Viele Hotels bieten dort einen Shuttle-Service, den nutzt man und lässt sich zur Verpeilalp bringen. Von dort geht es über die Verpeilhütte und Maddatschjoch zur Kaunergrathütte, passen zu Kaffee und Kuchen. Runter geht es dann nicht über den Cottbuser Höhenweg sondern in zwei Stunden ins Tal. Man landet in Mittelberg und im Berggasthof Steinbock.

Die Strecke über Vent fand ich persönlich schöner, da es dort auch mit den Quartieren einfacher ist, hätte man eine schöne Tour in einer Länge von 5-8 Tagen.

Seien wir mal ehrlich, ein Veneziano schmeckt im Tal einfach besser.

Bozen (Symbolbild)
Bozen (Symbolbild)

Leichte Packliste E5 Sommer 2018

Wanderer in den Alpen, Rückansicht

Irgendwas muss man ja mitnehmen außer der Zahnbürste, hilft ja nix. Aber grad auf dem E5 beobachtet man doch allerlei interessante Sachen, die sich in den Rucksäcken anderer Leute verstecken. Noch interessanter ist die kurze Frage, wie wir alles in unsere 30L-Rucksäcke unterbekommen und ob wir wohl alle Sicherheitsfragen bedacht haben. Auf die anschließende Antwort ist aber kaum einer gespannt, man(n) kann halt 10-15kg tragen, außerdem ist man groß gewachsen und hat schon so dermaßen reduziert (ja, das war Ironie).

Ernsthaft kann man vor allem an Technik sparen: Navi, Stirnlampe, Powerbank und Solarpanels können zuhause bleiben und bitte die Bluetooth-Box und die Kopfhörer auch. Probieren Sie doch mal den Medienverzicht in den Bergen!
Sie müssen die Hütten auch nicht selber bauen und keine Steigeisen einschlagen, ganz sicher.
Interessant fand ich auch, wie viele Leute einen zweiten Rucksack dabei hatten, um in Dörfern einkaufen zu können. Dafür extra einen 20L Rucksack. Nun, gut.

So, wie kommt man den nun mit unter 30L und guten 3,5kg Gepäck (ohne Essen und Wasser) sicher über die Alpen?
Eigentlich ist es die Ausrüstung, die schon auf den letzten Touren Anwendung fand. Die Merino-Sachen sind wegen allergischer Reaktion raus, so ist vieles Kunstfaser. Baumwolle ist aber, gerade in einem Materialmix, auch dabei und trocknet damit auch recht schnell. Außer bei fünf Grad Celsius im Außenraum einer Hütte. Nun.

Am Körper

  • Cross Chino 295g
  • OutdoorResearch Echo Zip Shirt 105g
  • Calida KuFa Unterhose 37g
  • Calida T-Shirt 101g
  • Falke GO-2 Socken 46g
  • Scarpa Mojito GTX Schuhe 808g
  • Salomon XA Cap 35g
  • Telefon 143g

Macht zusammen 1570g. Zählt zum Glück nicht zum Rucksackgewicht.

Technik/Werkzeuge

  • Ladegerät 37g

Wechselwäsche

  • Cross Chino hellblau 295g
  • Cross Long-Polo 221g
  • Calida KuFa Unterhose 37g
  • Falke Tiago Socken 36g
  • Nomaquito Badeschuhe in Obstbeutel 161g
  • Schlafshirt + Short 197g

Macht 947g.

Wind- und Wetterschutz

  • Decathlon Regenhose 158g
  • Marmot Regenjacke 299g
  • Meru KuFa-Jacke 265g
  • Buff Schlauchtuch 58g
  • Mütze NoName 25g
  • Handschuhe 64
  • Lange Unterhose Odlo 134g
  • Taschenschirm 134g

1137g.

Bad/Hygiene

  • Packtasche 1L 13g
  • Deo 65g
  • Bio-Shampoo 90g
  • Einwegrasierer 8g
  • Rasierwasser 10ml 13g
  • Rasiercreme 10ml 16g
  • Zahnbürste 13g
  • Ajona Zahnpasta 22g
  • Nagelclipser 13g
  • Blasenpflaster und persönliche Medikation 31g

Das sind 284g.

Hüttenspecial

  • Hüttenschlafsack (Seide) 166g
  • Handtuch (Bodenwischtuch) 88g

Nochmal 254g.

Damit ist man bei 2,659kg. Der Rucksack mit Liner und Trinkflaschen kommt natürlich dazu, das sind noch mal 508g (=3,167kg). Nun noch Kleinkram wie Geld, Reiseführer (=Abendlektüre) und ein kleines Taschenmesser dazu, dann sind’s runde 3,5kg. Außerdem gab’s Stöcker, aber weil die den ganze Tag benutzt werden, sind die nicht gewogen und zählen nicht zum Baseweight.

Wer mit so wenig unterwegs ist, wird allerdings gerne für einen Tageswanderer gehalten und darf sich von älteren Herren anhören: „Na, Junge, du traust dich was, in die Berge mit Turnschuhen.”

Da ist natürlich noch Einparpotential, vor allem bei der Regenbekleidung und bei den Wechselsachen. Aber es ist komfortabel, wir haben alle Sachen genutzt und uns immer sicher und chic gefühlt.

Aufgefallen sind mir einige Herren, die Hoteltouren machten und weiße KuFa-Polohemden trugen. Das wäre noch mal etwas.
Am Schlafanzug wird die nächste Änderung statt finden, vielleicht finde ich ein leichteres Schlafshirt mit Doppelfunktion als langes Unterhemd. Dann Retro-Shorts dazu und ich kann auf die Schlafboxer verzichten. Es gibt immer was zu tun.

Alle Packlisten finden sich unter – welch Wunder – der Kategorie Packlisten.

Wanderer in den Alpen, Rückansicht
Auf dem Weg nach Jenesien