Packliste Fernwanderweg E1 Schleswig-Holstein im Sommer

Die Kurzvariante lautet: die Packliste vom Kantsteinweg plus ein Bodenwischtuch aus Microfaser als Handtuch. Das war ebenso unnötig wie die zusätzlich eingepackte Badehose. Wegen extremer Mückenstiche kam einiges an Zeugs im Lauf der Tour dazu; ein Stick, um die Stiche wegzubrennen wurde gekauft, getragen und war unwirksam. Auch der Rother Reiseführer ist Quatsch. Das fiel aber alles nicht weiter ins Gewicht (haha!), deswegen werde ich demnächst wohl auch wieder einen E-Reader einpacken.

Etwas länger und konkreter war das im Rucksack:

  • Am Körper: Cross Chino Shorts
  • Berghaus Wanderhemd
  • Calida KuFa Unterhose
  • Calida T-Shirt
  • Rohner Walk Socken
  • Vivobarefoot Trailrunner
  • iPhone 6s
  • Im Rucksack: Haglöfs L.I.M. lite 25 Rucksack
  • Müllbeutel (Liner)
  • Sitzkissen
  • Sonnenbrille, Portemonnaie, Sonnencreme, AntiMücken-Zeugs
  • Reiseführer
  • zwei PET-Flaschen 1L, Snacks
  • Ladegerät
  • Cross Chino hellblau
  • Cross Long-Polo
  • Calida KuFa Unterhose
  • Calida Longsleeve (Schlafshirt/Kälte-Backup)
  • NoName Sneakersocken
  • Nomaquito Badeschuhe in Obstbeutel
  • TheOmm Halo Regenhose
  • Berghaus Hyper100 Regenjacke
  • Meru KuFa-Troyer
  • Leichter Schal
  • Salomon Cap
  • Taschenschirm
  • Badehose
  • Mikrofasertuch
  • Kulturbeutel: Packtasche 1L
  • Deo-Stick
  • Bio-Shampoo
  • Bio-Duschgel
  • Einwegrasierer
  • Rasierwasser 10ml
  • Zahnbürste
  • Ajona Zahnpasta
  • Nagelclipser, Pinzette
  • Pflaster, Ibu, Blasenpflaster und persönliche Medikation

Das sind rund 2,5kg. Mit der derzeitigen Version bin ich sehr zufrieden, es ist kaum etwas dabei, was ich nicht brauche (s. o.); tagsüber sehe ich nicht zu wanderig aus und auch die Kleidung für abends bewährt sich. Es ist wirklich ein entspanntes Wandern.
Etwas sportlich waren die Minimal-Trailrunner, die ersten Tage mussten sich die Muskeln derbe dran gewöhnen. Aber wir sind ja nicht zum Spaß unterwegs (Äh?! Moment!).

Der E1 Schleswig-Holstein: Flensburg bis Aumühle

Wann: Juli 2019
Planungsgrundlage: GPS-Daten von outdooractive.de, Planungshilfe e1.hiking-europe.eu, coolwalking.de
Dauer: 17 Tage, ca. 400km
Region: Schleswig-Holstein, Deutschland

Der Fernwanderweg E1 ist ja ein alter Bekannter: auf dem Hansaweg und dem Hermannsweg sind wir ihm bereits begegnet, auf dem Heidschnuckenweg auch und in der näheren Wanderumgebung, dem Deister etwa, tritt er auch immer mal wieder in Erscheinung.
Die Planung wirkt zunächst kompliziert, aber dank hiking-euope.eu hat man eine gute Planungsgrundlage. Pia von CoolWalking wandert sehr ähnlich wie wir, also kann man sich gut ihre ausführlichen Etappenbeschreibungen durchlesen und sich an ihren Einkehren und Unterkünften orientieren.
Neu war in diesem Jahr ein Rother Wanderführer zum E1 in Deutschland, der wirkt aber so komprimiert, dass bemerkenswerte Orte oder Einkehren kaum erwähnt wurden. Auch die Etappeneinteilung ist eher seltsam.

Apropos Etappen: Diese sind im nördlichen Teil oft sehr lang und ohne Zelt kaum zu unterteilen, einfach, weil es unterwegs keine Quartiere gibt. 30km sind keine Seltenheit, weshalb wir die Tour in den Sommer gelegt haben. Das Wetter war kälter als erwartet, aber zum Wandern war das wahrscheinlich gut. Auch, wenn die Regensachen dann als Windschutz häufiger als gedacht zum Einsatz kamen.

Der Norden des Nordens, also der Teil ab Flensburg bis Kiel, war besonders schön, es ging durch Noore und Moore, die Wälder waren knorriger als man es hier gewohnt ist. Grad morgens gab es hier viele Tierbegegnungen.
Rund um die Holsteinische Schweiz hatte man dann zwar viel Seen, aber auch Wälder wie wir sie aus dem Weserbergland kennen. Wir haben hier, auch dank Pia, Alternativen gesucht und gefunden.

  • Ab Schleswig wäre ein Weg entlang der Küste möglich, direkt nach Eckernförde. Das würde eine Etappe sparen (und haben wir nicht gemacht).
  • Schönwalde haben wir ausgelassen, weil es dort kein Quartier gab. Scheint eine offizielle E1-Alternative zu sein, die gut an den Bäumen ausgeschildert ist
  • Ab Neustadt sind wir die Küste entlang gewandert, über Sierksdorf bis Timmendorf und haben einen Zug nach Bad Schwartau genommen. Wahrscheinlich könnte man auch bis Travemünde und von dort nach Lübeck rein.
  • Nach Lübeck haben wir eine Route entlang der Trave über Gothmund, was ein tolles Fischerdorf ist, gewählt.
  • Manchmal konnte man auch einfach die Landstraße gehen und so einen Schlenker über lange Feldwege sparen.

Einen Vorgeschmack auf die Route südlich von Hamburg gibt es unvermittelt zwischen Mölln und Kuddewörde, die eine der schönsten Etappen war.

Die besten Erlebnisse:

  • Die Tiere: das Rehkitz mitten im Wald, 10m entfernt, dass uns ungläubig beäugte (so früh Menschen?), die Unmengen kleiner Froschis, Mini-Kälber, die sich hinter einem Grashalm verstecken wollten, eine Weide voller Pferde, Shetland-Pony-Fohlen.
  • Unerwartete Einkehren: nur wenige Meter vom Weg ein Café, das kein Reiseführer erwähnte (Am Fuhlensee Wahlstorf?).
  • Auch so eine unerwartete Einkehr war beim Gut Sielhagen vor Neustadt im Field & Fun. Es hätte auch ein Palmcafé gegeben, aber wenn man so gar nichts erwartet und dann Espresso und Eis bekommt…
  • Einkehren, gutes Stichwort: In Stohl waren wir in einer Ferienwohnung untergebracht, der örtliche Gasthof hatte Ruhetag (das Nord-Süd-Gefälle). Also kehrten wir ca. 3km vorher ein und das war eine gute Einkehr im Strandhaus Seeschlösschen. Spät ins Quartier, duschen und schlafen. Morgens früh raus, denn Frühstück gab es auch keines. Das gab es erst wieder in Strande nach zwei Stunden laufen. In Strande hatte noch vieles geschlossen (gna), also fragten wir freundlich im Strandhotel, die sich unser erbarmten. Puh.
  • Ähnlich war es in Grande: Das Restaurant neben dem Hotel hatte eine Gesellschaft, der Bus nach Trittau, wo die nächsten Resturants sind, kam nicht, also wurde getrampt. Eine nette junge Frau nahm uns mit und bewunderte uns angemessen für die Wanderung. Zurück durchliefen wir dann halb Trittau, um eine Haltestelle zu finden, die trotz Baustelle bedient wurde. Trotzdem gut, weggen der Dame.
  • Angekommen in Aumühle mussten wir dann lesen, dass unser Zug ausfiel. Sparte dann letztlich zwei Stunden Wartezeit, aber das mit den Öffis dürften wir in Deutschland noch mal üben.

Die besten Quartiere:

  • Eigentlich waren alle Quartiere zu teuer, für das, was geboten wurde. Selbst recht ordentliche Hotel, wie in Plön, Bad Schwartau oder Schellhorn sind beim zweiten Blick nicht so edel, wie die Preise. In der Planungsliste sind deshalb an manchen Orte die Unterkünfte markiert, die man meiden sollte.
  • Gute Einkehren hingegen hatten wir oft, aber auch die waren hochpreisig. Besonders gut gegessen haben wir in Plön (Brasserie), Lübeck (Schlumachers), Neustadt (Miera) und Eutin (Bacchus).
  • Die ehrlichste Unterkunft war übrigens die Pension Heitmann in Wotersen.
  • Typisches und ehrliches Essen gab es in den Seeterrassen Ahlefeld Bistensee
  • Das ebenfalls in Ahlefeld gelegene Hotel Katerberg ist lobenswert bioorientiert und hat ein wundervolles Frühstück

Das würde ich nächstes Mal anders machen:

  • Keine Jugendherbergen mehr, dafür sind wir irgendwie zu alt. Oder die Jugendherbergen waren zu schlicht. Außer vielleicht in Ratzeburg, die ist sensationell am See gelegen.
  • In Neustadt sehr rechtzeitig ein ganz anderes Quartier suchen.

Kurz: Wenn man den E1 gehen will, kommt man um diese Tour nicht drumherum. Aber es ist halt kein Premium-Panoramaweg, deshalb gibt es manchmal halt Strecken um der Strecke willen. Es sind auch nicht die Alpen, deshalb fehlt manchmal die spektakuläre Aussicht. Und es ist die Ostsee. Die ist mit Sonne und Wärme schöner, aber es ist halt die Ostsee, da gibt es für Sonne und Wärme auch im Sommer keine Garantie.

Unsere Planung gibt es hier als Download: klick.

Packliste Kantsteinweg

A.k.a. Testpackliste E1 Schleswig-Holstein. Ja, so sieht’s aus. Im Juli wollen wir den E1 Deutschland in Flensburg starten und bis Hamburg wandern. In den Folgejahren geht es dann runter bis Konstanz. Da braucht man natürlich andere Sachen als im Sommer in den Alpen und auch andere Sachen als in Wales oder auf dem Eifelsteig.

Es war Sommer, auch wenn es zeitweise dramatisch bewölkt war, konnte man gut in Shorts gehen und auf Daunenjacke, Schal, Handschuhe und Mütze verzichten. Auch die lange Unterbüx blieb im Schrank, wir sind ja hier nicht – wie gesagt – in den Alpen.

Neu ist eine Berghaus Hyper100 Regenjacke (91g) und eine TheOmm Halo Pants (82g). Diese Regenjacke und -hose gab es im Schlussverkauf und drücken das Gewicht natürlich gewaltig nach unten. Zum Vergleich: die alte Marmot-Regenjacke wog 299g. Zum Einsatz kam dies alles aber nicht. Dazu kommt, als Isolation, der altbekannte KuFa-Troyer.
Für abends gibt’s eine Set leichter Kleidung, wie in den oben verlinkten Packlisten zu finden und auch die Kulturtasche hat sich kaum verändert.
Ein neuer Rasiergriff ist eine Neuentdeckung aus dem Bioladen; der Griff ist aus recycelten Joghurt-Bechern und so elastisch, dass die Standard-Doppel-Klingen länger halten.
Am Fuß gab es mit Minimalschuhe eine große Veränderung, die lösten einen unglaublichen Muskelkater aus.
Mit einem Wanderhemd fühle ich mich wohler als in Shirts, auch das ist neu.
Insgesamt macht das runde 2,2kg ohne Vorräte und Wasser und ja, damit bin ich zufrieden.

Die bevorstehende Tour macht sich auch bei der liebsten Wanderbegleitung bemerkbar, das dritte T-Shirt blieb zuhause, ebenso die Turnschuhe für abends. Das alles, damit ein neuer Rucksack befüllt werden kann, ein Vaude Citus 24LW. Dieses leichte Teil kann optimiert werden, indem man den Drahtbügel vorsichtig entfernt. So ergibt sich mehr Packvolumen und eine Gewichtsersparnis von 100g. Insgesamt liegt der Citus damit bei ca. 400g.

Der E1 kann kommen!

Der Kansteinweg

Wann: Juni 2019
Planungsgrundlage: GPS-Daten von outdooractive.de
Dauer: 3 Tage, ca. 82km
Region: Südliches Hannover, Deutschland

Die erste Tour 2019! Irgendwie war das Jahr bisher wohl zu voll mit Alltag. Und warum in die Ferne schweifen, da das Gute liegt so nah?!
Nun denn, der Kansteinweg ist uns bereits öfter begegnet, bei Tagestouren im Umland. Er startet in Hannover am Lindener Berg, läuft durch Benther Berg und Deister in den Osterwald, über den Ith und den Hils bis nach Alfeld. Dazu braucht man zwischen drei und fünf Tagen, je nach Einteilung. Diese ist nicht ganz einfach, wenn man auf’s Campieren verzichtet, weshalb wir bei drei recht aktiven Wandertagen gelandet sind. So starten wir etwas hinter Linden in Hannover-Badenstedt an der Straßenbahnhaltestelle Am Soltekamp und unterbrachen in Springe und Salzhemmendorf (s. Planungs-Download unten).
Obwohl das weiße Dreieck auf schwarzem Grund recht markant auf den Wegen um Hannover ist, gibt es kaum Informationen zu dem vom Wander- und Gebirgsverein unterhaltene Kantsteinweg im Netz. Vermutlich, weil er auf dem schönsten Teilstück inzwischen mit dem Ith-Hils-Weg identisch ist. Daher muss man auch immer aufpassen, denn die GPS-Daten und die Beschilderung passen nicht immer überein.

1. Tag: Die Anreise mit der Straßenbahn ist natürlich praktisch. Das Wetter bewölkt, es ist recht windig, aber auch die Sonne kommt immer mal wieder durch. Nach den ersten Metern durch Stadtteilsstraßen mit den typischen Handy- und Backshops geht es immer mehr in Wohngebiete und erstaunlich schnell ins Grüne. Am Benther Berg treffen wir auf uns bekannte Spazierwege und ebenso bekannte Einkehrmöglichkeiten. Gut für den zweiten Morgenkaffee. Nach dem Berg und dem Überqueren der Bundesstraße ist man schnell in Gehrden, auch das ein netter Ort. Neu ist für uns der recht hübsche Teil zwischen Gehrden und Wennigsen. Wennigsen ist sehr hübsch, aber dort trifft uns die Erkenntnis, dass Supermarkt-Bäcker-Bistros inzwischen für besseren Kaffee sorgen als Eisdielen. Der Deister ist dann wie immer, breite Schotterpisten und Forstwege, als dann doch plötzlich mal ein Stichweg abgeht. Springe ist dann einer der typischen Orte, in denen es immer mehr Leerstand gibt und die erträgliche Restauration nur noch in asiatischer oder orientalischer Hand liegt. Das Hotel ist von Chinesen betrieben und super, ebenso der Abend im Thailändisch-Vietnamesischen Restaurant Sen.

Wanderweg im Deister
Wanderweg im Deister

2. Tag: Natürlich kannte ich den Begriff Saupark, das es aber ein so großes Denkmal ist, war mit nicht klar. Über breite Forstwege geht der Tag durch den unbekannten Saupark und den uns bekannte Osterberg nach Salzhemmendorf. Es gibt viele Einkehren, z. B. an der Holzmühle mit einem Beach-Dingsi oder der Sennhütte mit den mächtigen Käse-Spätzle. Auf dieser Tour wird man schön durch die Wege eingelullt und muss dann aufpassen, wenn sie recht unspektakulär angekündigt abgehen. Über das Gut Voldagsen trifft man auf den Ith. Es ist eine lange Tour, müde kommen wir ins Quartier und treffen dort auf die allgegenwärtigen Kletterer. Das Hotel ist gut, das Essen O.K., das Bier fantastisch. Und das alles bei blendendem Wetter.

3. Tag: Die Tour nach Alfeld ist komplett mit dem Ith-Hils-Weg identisch und daher der Höhepunkt. Leider stimmen hier die GPS-Daten noch weniger als sonst, dafür ist die Wegmarkierung makellos. Die Wegführung ist sehr abwechslungsreich, man geht hinter Salzhemmendorf hoch zum Kantstein, weiter über den Kammweg, an Klippen vorbei, an Auen, lauschigen Bächen und letztlich an Höhlen vorbei. In Alfeld könnte man noch bleiben und die Fagus-Werke von Walter Gropius besichtigen. Wir sind am einem Dönerladen  eingekehrt, der hinter den Supermärkten am Bahnhof lag und haben den nächsten Zug zurück genommen. Solche Dönerläden sind ja super, blöde Lage, alle kommen hin und die Leute sind nett. Gute Sache, das.
Gute Sache auch das Wetter, das trotz aller Hitze ohne Gewitter auskam.

Kurz: Wer in und um Hannover wohnt sollte diese Tour mal machen, um die Gegend kennenzulernen. Allen anderen will ich diese Tour aber nicht verbieten.

Hier gibt’s unsere Planung als pdf-Dokument.

 

Wandermythen: Schnürung

„Wenn du einmal deine Schuhe ordentlich geschnürt hast, dann löse die Senkel den restlichen Wandertag nicht mehr!“

Bam! Das ist doch mal eine Ansage. Woher ich das weiß? Ich habe keine Ahnung, aber irgendwie ist es tief im Wanderwissen verankert. Wahrscheinlich ist es uraltes Wanderwissen; so alt, dass es nicht in Zweifel gezogen werden darf. Und so alt, dass es aus Zeiten stammt, wo empfohlen wurde, die Wanderstiefel mit einer bestimmten Körperflüssigkeit zu benässen, um das Leder, aus dem sie in liebevoller Handarbeit gefertigt wurden, so weich zu machen, dass sie sich nahtlos an den Fuß schmiegen.
Also zieht man sich den schweren Lederstiefel über den dick gestrickten Wanderstrumpf, wichst alles vorher schön mit Bienenwachs ein, um es wasserdicht zu machen und schwitzt solange bei sommerliche Temperaturen, bis dicke Blasen aufplatzen und sich in den Strumpf ergießen. Ordentlich zurren an den Schnürsenkeln, bis die Finger knacken und dann mit Spezialschleife verschließen.

Klingt nicht richtig nach Spaß, oder?! Wenn man „dem Internet“ oder „dem Outdoorladen™“ glaubt, passiert das aber regelmäßig, trotz der Entwicklung der Schuhhersteller. Leder hat sicherlich nützliche Eigenschaften und mit Plastikschuhen trägt man auch nicht automatisch zum Erhalt des Weltklimas bei. Das ist aber ein anderes Problem, das ich hier nicht ausführen möchte.
Hier geht es drum, zu hinterfragen, ob alle Mythen zum erholsamen Wandern beitragen und da bin ich gedanklich auf der Almwiese mit dem Bach, nach zwei Stunden hartem Abstieg und der verlockenden Kühle des Baches. Da ist mir egal, ob die Schuhe neu geschnürt werden müssen und ehrlich, da sind mir sogar die Schuhe egal.
Ob Leder oder GoreTex, Trailrunner oder Stiefel, Barfußschuhe oder… was weiß ich, ihr müsst in den Schuhen lange laufen können. Mehr nicht. In den Hochalpen braucht man dann etwas mehr als die Joggingschuhe, klar. Die Füße werden im Lauf des Tages dicker, weiß ich, danke, und auch wärmer und deshalb verändert sich auch die Passform des Schuhs. Weiß ich alles, danke.

Trotzdem ist es ein großartiges Gefühl, den Fuß im Sommer zu lüften. Trotzdem ist es ein großartiges Gefühl, den Fuß auf einer Wanderung in den Bach zu stecken. Und: Wer froh ist, endlich den Schuh am Ende des Wandertages ausziehen zu dürfen, hat den falschen Schuh. Das hat mit der Schnürung gar nichts zu tun.

Apropos falsche Schuhe. Der typische Outdoorladen möchte natürlich nicht, dass man so ganz ohne Schuh den Laden verlässt, auch wenn man sich in allen dort erhältlichen Modellen unwohl fühlt. „Das passt sich mit der Zeit an.“, ist dann ebenso ein Unsinn wie: „Das muss man nur passend schnüren!“. Meindl-Schuhe z. B. passen mir nie, ich schlupf immer aus der Hacke. Damit möchte ich keine 10 Meter laufen, trotzdem musste ich mir diese Quatschsätze wieder und wieder anhören.

Am Ende bleibt es halt doch wieder nur unserem Gefühl überlassen und nicht dem, was als ungeschriebenes Gesetz gilt. So, nu‘ aber raus und die Füße in den Bach halten.

Wandermythen: Stirnleuchte

Wanderer in den Mythen gibt es allerlei und in den Märchen natürlich auch. Doch ob Griechen oder Gebrüder Grimm sind es vor allem Reisende, die per pedes unterwegs sind und vor allem mangels Auto. Heute sind wir meistens aus Spaß auf Schusters Rappen unterwegs, zudem hat sich die Ausrüstung stark weiterentwickelt. Zeit also, einige Überbleibsel der alten Zeit auf die Probe zu stellen.

Es muss wohl bei einem Besuch in einem der einschlägigen Foren gewesen sein, als ich dachte: „Was für ein Unsinn.“

Da fragt eine Person nach Wanderausrüstung für eine kurze Tour im Mittelgebirge bei feinstem Wetter und bekommt eine passende Antwort. Kurz darauf tummeln sich die in Forenkreisen bekannten Obertopcheckerbunnies und verkünden, dass man mit dieser Empfehlung sicher dem Untergang geweiht sei, da war doch neulich erst jemand auf genau diesem Pfad mit genau diesem Mangel fast beinah um’s Leben gekommen. Die beratene Person lenkt darauf ein und kauft den Gegenstand mit dem größten Sicherheitsversprechen. So geschieht es wohl täglich und einer der umstrittenen Gegenstände, die täglich Leben retten ist die Stirnlampe. Doch genug der Ironie.

Die Stirnlampe hat beim Wandern ihre Funktion, vor allem, wenn man zeltet. Vielleicht wandert man bis in die Abendstunden und muss das Zelt im Dunklen aufbauen, vielleicht muss man nachts mal raus und den Weg zur Toilettenanlage finden. Vielleicht nächtigt man auch in einer Hütte und neigt zum regelmäßigen nächtlichen Harndrang. All das sind gute Gründe, eine Stirnlampe einzupacken.

Wenn man nun aber nicht zeltet, sich auf einer Etappentour befindet mit vorgegebener Kilometerzahl; wenn man nicht zu Verlaufen neigt, weil die Beschilderung des Wegs ausgezeichnet ist und im Quartier die Möglichkeit besteht, den Rucksack komplett auszupacken und für den Toilettengang das Licht einzuschalten, dann – ja, braucht man dann wirklich die Stirnleuchte?

Die schlauen Outdoorhandbücher sagen ja, der Forenobertopcheckerbunny auch, bei den Outdoorshopverkäufern riet man mir ab und ich habe bis heute keine Leuchte vermisst. Weder im Winter, als ich bei Dämmerung im Wald kam und mir die Handyleuchte für zwei Kilometer an Abzweigungen Licht spenden musste, noch auf den Hütten, wo es in den Morgenstunden schon wieder hell genug ist, um den Rucksack zu packen oder ich, ebenfalls mit durch die Hand gedämpfte Handyleuchte, ins Bett fand.

„Es sind doch nur 100 Gramm!” (oder so, ich kenne nicht mal die Gewichte von Stirnleuchten), mag man einwenden, aber die kann man getrost sparen. Glauben sie mir, sie werden das Mittelgebirge auch ohne Stirnlampe überleben.

Packliste Winterwanderung 2018 Hermannsweg/E1

Och, nach so viel Wanderei in diesem Jahr musste ich ja richtig zurückblättern, was ich wohl letztes Jahr auf dem Störtebekerweg eingepackt hatte. Das war ja schon ganz übersichtlich und so richtig viel verändert hat sich nur der Rucksack, ein Haglöfs L.I.M lite 25. Der Winter hat ja den Vorteil, dass man quasi alles am Körper trägt, so bleibt im Rucksack weiterhin Platz für die (viel zu große und schwere) Thermoskanne. Die gäb’s viel leichter, aber eine Neuanschaffung für eine Nutzung einmal im Jahr?

Neu war hingegen ein wasserdichtes Paar Daunenhandschuhe, eine gute Anschaffung. Alt ist die Regenjacke, der dünnen Gwell vom Sommer wollte ich nicht trauen; die olle Marmot saugt immer noch Wasser über die Bündchen auf und ist irgendwie nicht mehr richtig dicht. Gut, dass WSV allerorten ist.
Das Gewicht liegt dabei irgendwo zwischen zwei und drei Kilo ohne Wasser und Vorräte, im Winter mag ich nicht rechnen.

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